Angelika Mende, Inhaberin der Werkstatt für Unbeschaffbares, Foto: Giovanni Lo Curto

„So ist eben Berlin!“

Angelika Mende , Foto: privat
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Wie wird man Herstellerin für Unbeschaffbares?

Aufgewachsen ist die Schaufensterdekorateurin in Frankfurt am Main als jüngstes von vier Geschwistern. Mit zwanzig zog es sie nach Berlin. „Ich wollte in die weite Welt“, erklärt sie lächelnd. „Berlin war spannend und die Mauerstadt eine ganz eigene Welt!“ Doch zunächst fiel es ihr in der fremden Stadt nicht leicht. „Der Anfang war hart“, resümiert sie, „ich kannte niemand“. Ihre erste Adresse war eine Wohngemeinschaft im Wedding mit Ofenheizung und Badeofen. So wie vielen Hinzugezogenen, die sich von der Schnoddrigkeit der Berliner abgeschreckt fühlen, erging es auch ihr. „Inzwischen kann ich damit umgehen“, sagt sie. Als besonders unhöflich sind ihr die Busfahrer in Erinnerung: „Wenn man im Wedding damals ein Jahr Bus gefahren ist, hat man die Welt verstanden. 1986 gab es da keinen netten Busfahrer.“
Ihre erste Arbeit in Berlin? „Ich wollte ans KaDeWe“, erzählt sie. Und es hat geklappt. „Eine gute Adresse“, sage ich beeindruckt. „Die beste“, konkretisiert sie selbstbewusst. Angelika Mende suchte jedoch bald nach neuen Herausforderungen und nahm im Theater des Westens eine Arbeit für Bühnenbild und Requisite auf. War das nicht schwierig als Quereinsteigerin? „Mit den Jahren wächst man da hinein“, erwidert sie. Dazu gehörte natürlich auch, sich über das Repertoire des Theaters gründlich zu informieren. Schwierig war allerdings, dass sie sich monatelang nicht traute, ihre sichere Stellung im KaDeWe zu kündigen und kaum noch über Freizeit verfügte. „Am Ende hatte ich nur noch eine halben Sonntag frei“, sagt sie und fügt lachend hinzu: „Aber wenn man jung ist, dann kann man das.“
Der nächste Schritt war der Film, Kulissenbauen nach den Vorlagen der Regie. „Da wollte ich hin!“ Auch für das Fernsehen arbeitete sie, darunter für das Kleine Fernsehspiel im ZDF. Dies erreicht zu haben, war ein Erfolg. Doch auf Dauer war sie damit nicht zufrieden. Arbeit beim Film heißt nämlich, stets unterwegs zu sein und nicht selten nachts von einem Tag zum nächsten mit Überstunden etwas fertigzustellen. „Man ist für zwei bis vier Monte aus der Welt rausgehebelt, sieht die Freunde und die Kinder nicht.“ Mit Familie kann man das einfach nicht machen.
Die Lösung bestand aus der stationären Werkstatt, in der sie Requisiten produzierte.

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