Titelbild mit Arnold Hackbarth | Foto: Giovanni Lo Curto

„Und natürlich gab es auch etwas zu essen.“

Hier arbeitete früher Arnold Hackbarths Vater | Foto: Dirk Moldt
Das ehemalige Waagehäuschen, in dem der Vater Arnold Hackbarth arbeitete, zwischen den ehemaligen Hammelställen an der Proskauer Straße beherbergt heute einen Kiosk.                              / Foto: Dirk Moldt /

Der Schlachthof als Hauptarbeitgeber

Aufgewachsen ist Arnold Hackbarth in der Weisbachstraße, die nach Valentin Weisbach (1843–1899) benannt ist. Der Bankier und Kunstmäzen war Mitbegründer und erster Vorsitzender des „Vereins zur Verbesserung der kleinen Wohnungen in Berlin“ und hatte es sich zur Aufgabe gemacht, gesundes Wohnen mit Bädern, großen Fenstern und ohne dunkle Hinterhöfe auch für einfache Leute zu ermöglichen. 1891 kaufte Weisbach die Grundstücke um die heutige Weisbachstraße, die durch Adolf Messel zwischen 1899 und 1905 bebaut wurden. Größtenteils haben sie den Krieg überstanden.
„Mein Vater war Wiegemeister und arbeitete auf dem Schlachthof, dem größten Arbeitgeber in der Gegend. Er hatte die Waage unter sich.“ Das Wiegen der Tiere war eine Dienstleistung, die von den Fleischern bezahlt werden musste. „Viele in der Nachbarschaft waren Fleischer und etwa die Hälfte meiner Klasse wurde es auch, ebenso mein älterer Bruder.“ Sicher spielte in der schwierigen Zeit auch der Gedanke eine Rolle, immer gutes Essen zu bekommen. In den anliegenden Straßen zum Zentralviehhof hatten sich kleine Geschäfte etabliert, die den Schlachthof belieferten: Werkzeug- und Reparatur-Läden, Läden für Hauklötze, Gewürzläden und ähnliche.
„Dann wurde mein Vater Hallenmeister der Markthalle am Alexanderplatz.“ Diese Halle bestand wegen ihrer verkehrsgünstigen und zentralen Lage aus zwei Bereichen. Es gab die Markthalle I für Endverbraucher und die Markthalle Ia für Großabnehmer. Die Kühl-, Heiz- und Lüftungstechnik, über die der Vater Verantwortung trug, befand sich zum Teil unter den S-Bahnbögen. „Mit Zügen kam Obst aus warmen Ländern, zum Beispiel aus Spanien. Und morgens um vier Uhr kamen die Bauern aus Malchow und Hohenschönhausen mit ihren Gemüsewagen.“ Eine Erinnerung lässt Herrn Hackbarth auflachen: „Das Gemüse von den Rieselfeldern roch immer etwas komisch. Selbst wenn man den Kohl kochte, roch man durch das ganze Haus, wo er her kam.“

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