Boxkampf in den 20er Jahren | Quelle: „Von der Neuen Welt zum Olympiastadion“ Broschüre 1936

Kampf oder Kunst?

Boxkampf in den 20er Jahren | Quelle: „Von der Neuen Welt zum Olympiastadion“ Broschüre 1936
Boxkampf 1920: Dicht gedrängt, aber offensichtlich sehr diszipliniert verfolgen zahlreiche Zuschauer den Kampf. / Quelle: „Von der Neuen Welt zum Olympiastadion“ Broschüre 1936 /

Boxen in Friedrichshain.

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„Während die Menge johlt, stehst du blutend im Ring. Taumelst, siehst nur noch verschwommen, bekommst kaum Luft. Es ist heiß und stickig“, schilderte Paul Mond am 6. Juni 1913 seinen illegalen Boxkampf gegen Briten George Dixon im Hintergebäude der „Mozart-Lichtspiele“ in Lichtenrade. Unter der Hand wurden für solche Kämpfe teure Karten im „Reichshallen Restaurant“ am Dönnhoffplatz verkauft. Diese Events waren für die meisten Friedrichshainer unerschwinglich. Sie verfolgten im preiswerten Kino, wie 1910 Jim Jeffries in Reno/Nevada seinen Weltmeistertitel gegen den Afroamerikaner Jack Johnson verlor. Dessen Sieg löste einen Boxboom in Berlin aus, der alle gesellschaftlichen Grenzen übersprang. Der erste Berliner Boxprofiveranstalter war Eduard Matschke und zugleich der Boxtrainer des kaiserlichen Prinzen. Dennoch verbot der Berliner Polizeipräsident am 13. November 1913 „öffentliche Boxkämpfe aus ordnungs- und gesundheitspolitischem Interesse“.

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