Einst zwischen zwischen Lebuser- und Koppenstraße: Die Deutsche Sporthalle | Foto: FHXB-Museum

Die Deutsche Sporthalle

Nachtansicht der Sporthalle / Postkarte /
Nachtansicht / Postkarte /

Zu wenig Planungszeit

Die verantwortlichen Baufachleute griffen sich an den Kopf, doch nicht angesichts dieser Polemik, sondern wegen des brisanten Auftrags: eine Mehrzweckhalle für 5.000 Gäste und einer Spielfläche von 1.000 Quadratmetern in der Mitte der Zuschauer! Doch nicht die Größe war das Problem, sondern die Terminsetzung: Am 5. August 1951 sollen die Weltfestspiele beginnen. Die Auftragsvergabe erfolgte am 8. März desselben Jahres. Keine fünf Monate Bauzeit, so etwas hatte es noch nie gegeben!
Der beauftragte Chefarchitekt Richard Paulick (1903-1978) galt als durchsetzungsfähig. Dass er bei dem Architekten der Moderne Hans Poelzig studiert und mit Walter Gropius in der Bauhaussiedlung Törten gearbeitet hat, gereichte ihm in den Augen der konservativen, eine „Nationalen Bautradition“ fordernden kommunistischen Politikern und Funktionären nicht zur Ehre. Doch war es ihm gelungen, während seines Exils in Shanghai, in das er vor der NS-Diktatur geflohen war, ein wirtschaftlich erfolgreiches Firmengeflecht aufzubauen, das anderen Emigranten Arbeit und Brot gab und zudem Geld zur Unterstützung von Hilfsorganisationen bereitstellte. In Shanghai wurde Paulick Professor für Stadtplanung und entwickelte den ersten Generalbebauungsplan für die Millionenstadt. 1950 kehrte er nach Berlin zurück und stellte sich in den Dienst der politischen Kräfte, von denen er glaubte, dass sie ein neues Deutschland ohne Ausbeutung und Unterdrückung errichten würden.

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