Einst zwischen zwischen Lebuser- und Koppenstraße: Die Deutsche Sporthalle | Foto: FHXB-Museum

Die Deutsche Sporthalle

beliebtes Postkarten- und Briefmarkenmotiv: Die Sporthalle in BerlinBild: Wikimedia Commons
Die Sporthalle war ein beliebtes Postkarten- und Briefmarkenmotiv. / Bild: Wikimedia Commons /

Es funktionierte!

Nun musste alles schnell gehen – und vor allem anders! Die Architekten konnten die Fundamente der Halle nicht berechnen, solange sie keine Vorstellungen von der Dachkonstruktion hatten. Es musste auch ohne gehen. Man fand einen Namen für die Hals-über-Kopf-Planung und präsentiert ihn stolz als neueste Errungenschaft: Gleitende Projektierung. Planer und Bauarbeiter arbeiteten auf Hochtouren. Stahlkonstruktionen anderer Lagergebäude, wie vom Schlachthof, wurden demontiert und am Bauplatz wieder errichtet. Störende Säulen im Zuschauerraum waren die Folge. Der in der Fassade verbaute Travertin kam aus Lagerbeständen, die für die hochtrabenden Germania-Bauphantasien der Nationalsozialisten eingelagert worden waren. Doch der Bau wuchs und wurde rechtzeitig fertig. Zeitkolorit war durchaus ein von einer Ostberliner Zeitung in Umlauf gebrachter, heute etwas lahm klingender Witz: Eine Frau bringt ihren Mann mit einer Maulsperre zum Arzt und sagt: „Er war in Ostberlin, hat die Vorbereitungen zu den Weltfestspielen gesehen und kriegt nun vor Staunen den Mund nicht mehr zu!“
Richard Paulick, der im Gegensatz zu seinem weitaus berühmteren aber weniger versierten Kollegen Herman Henselmann niemals die Tradition des Bauhauses öffentlich nieder machte, wurde danach für den Wiederaufbau des Forum Fridericianum in der Ostberliner Innenstadt herangezogen. Sein Meisterwerk war der Wiederaufbau der kriegszerstörten Staatsoper und der Neubau des heute nach ihm benannten Paulick-Saals, der noch heute, um einen halben Meter angehoben, in der erneut sanierten Staatsoper erhalten ist. Nach Durchsetzung des industriellen Bauens in der DDR wurde Paulick Chefarchitekt von Halle Neustadt.

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