Schulhof der Hausburgschule , Foto: Detlef Krenz

Viele Fragen, wenig Antworten

Spuren der Vergangenheit im Gemäuer der Hausburgschule , Foto: Detlef Krenz
Dunkle Geschichte – schlecht übertüncht. / Foto: Detlef Krenz /

Gefangene „Arbeitsbrüder“ in der Schule

Im Zweiten Weltkrieg waren NS-Deutschland und das faschistische Italien Bündnispartner. Am 8. September 1943 trat Italien aus dem Bündnis aus. Als offizielle Militärangehörige eines gerade noch befreundeten Staates, gerieten jetzt italienische Soldaten und Offiziere in deutsche Gefangenschaft. Für ihren Einsatz in der Rüstungsindustrie, wurden sie ab Sommer 1944 zu „Zivilarbeitern“. Hunger, Krankheit und Gewalt prägten den Alltag des 36jährigen Pietro Nero aus Palermo, des 25jährigen Mario Maggi aus Faro und des 22jährigen Vinzenzo Mangialardo aus Trani. Sie waren zur Arbeit bei den Siemens-Plania Werken (später VEB Elektrokohle) in Lichtenberg verpflichtet. Neben weiteren italienischen „Militärinternierten“ lebten sie in einem Zwangsarbeiterlager in der Landsberger Chaussee 31–31 d (heute Landsberger Allee). Sie entgingen nur knapp dem Tod, als das Lager am 26. Mai 1944 während eines Luftangriffes zerstört wurde. Die Hausburgschule wurde ihr nächstes Quartier. Um an ihre Arbeitsstellen zu kommen, benutzten die drei die U-Bahn. So auch am 26. Februar 1945, wo ein schwerer Luftangriff große Teile von Friedrichshain zerstörte. Von Druckwellen erschüttert, stürzten im U-Bahnhof Memeler Straße (Weberwiese) Decken und Wände ein. 108 Opfer konnten identifiziert werden, darunter die drei aus der Hausburgschule. In knapp zwei Jahren ihrer Gefangenschaft starben über 50.000 Italiener.

weitersagenShare on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on TumblrShare on RedditShare on StumbleUponPin on PinterestDigg thisEmail this to someone

Was sagst Du dazu?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*