Krossener Straße, 1972 | Quelle: Privat

Saum am Rock

Postkarte vom Boxhagener Platz um 1910
Krossener Straße, Gabriel-Max-Straße und Grünberger Straße um 1910 am Boxhagener Platz / Postkarte /

Gegner

Zu den Reichstagswahlen am 5. März 1933 erzielte die NSDAP im Landkreis Crossen/Oder 22.540 von 35.146 gültigen Stimmen, die KPD dagegen nur 2.463 Stimmen. Aufgrund seiner Kriegserfahrungen hegte der Friedrichshainer Fritz Fieber aus der Krossener Straße 27 einen Hass gegen alles Militärische und Nationalistische. Der Kriegsversehrte arbeitete als Kraftfahrer. Ehrenamtlich war er für die „Rote Hilfe“ tätig, die sich um politisch Inhaftierte kümmerte. Nach 1933 half Fieber verfolgten jüdischen Nachbarn oder stellte seine Wohnung für Treffs von Widerstandskämpfern zur Verfügung. Dabei schlüpfte er der Gestapo immer durch die Maschen.

Ende und Anfang

Im Frühjahr 1945 stieß die Rote Armee im nur 50 Kilometer von der Oder entfernten Crossen auf die massive Gegenwehr der deutschen Wehrmacht. Dabei wurde die Stadt zu 65 Prozent zerstört. Nach Kriegsende kam Crossen unter polnische Verwaltung, das seitdem Krosno Odrzańskie heißt. Fritz Fieber war im April 1945 mit Gefährten ständig in Friedrichshain unterwegs, um Losungen zur Kapitulation an die Wände zu schreiben. Mit List entwaffnete seine Gruppe am 21. April in der Stralauer Allee 30 einen Polizeioffizier und einen SS-Mann. Die von diesen angeführte Gruppe Soldaten legte deshalb ihre Waffen nieder. Fritz Fieber starb schwer verwundet, als er am 23. April auf dem Hof des Hauses Stralauer Allee 26 in das Granatfeuer der SS geriet.

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