Knorr Neuanfang, 1946

Luft unter Druck

Knorr: Luftbremse, 1928
Für die Lokomotiven waren diese Bremsen besonders effektiv ausgelegt.
Quelle: Firmenkatalog 1928

Vielsortimenter Knorr-Bremse.

Von

Einst wurden Eisenbahnzüge per Hand von „Bremsern“ gestoppt. Als die „Carpenter-Einkammer-Druckluftbremse“ elektro-pneumatisch in der Lage war,  Züge rasch und gleichmäßig zu bremsen, verloren die Bremser ihren Job. Der Konstruktionsingenieur Georg Knorr hatte hieran seinen Anteil. Seit 1883 war er eine treibende Kraft bei der Entwicklung von Eisenbahn-Druckluftbremsen und trat 1884 in den Dienst der  Firma Carpenter, die für die Preußische Staatseisenbahnverwaltung Bremseinrichtungen baute. 1893 übernahm Knorr die Firma und gründete 1911 in die Knorrbremse AG. Hier wurde im Ersten Weltkrieg die „Kunze Knorr-Bremse“ entwickelt. Ein Standartmodell nicht nur für die Reichsbahn, sondern seit 1919 auch für  europäische Eisenbahnen.
Wichtiger als der geschäftliche Erfolg war der politische. Infolge des Versailler Vertrages bestanden Handelssperren gegen Deutschland. Ein Herr Bostic aus Jugoslawien, als Bremsenerfinder von erheblichen Einfluss beim Internationalen Eisenbahnverband, verschaffte der Knorr AG Gehör. Nach einem Vergleich durften die Knorr Produkte weltweit vertrieben werden.  Pneumatik war das Geschäft von Knorr ob bei Fahrzeugen oder Kompressoren wie bei  Farb- und Lackspritzanlagen. Die 1904 bezogenen Gebäude in der Neuen Bahnhofstraße 11/12 wurden zwischen 1913 und 1916 erweitert und erhielten durch die Gestaltung Alfred Grenanders ihr von Säulen­arkaden, Wandpfeilern und Sandsteinreliefs eindrucksvolles Aussehen. 1928 errichtete Grenander in der Hirschberger Straße in Lichtenberg das Hauptwerk.

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Ein Gedanke zu „Luft unter Druck“

  1. Die Aussage „Später kam es zur Trennung der Produktion in VEB Berliner Bremsenwerk und VEB Messelektronik Berlin“ ist schlicht falsch.

    Der VEB Meßelektronik war eine Neugründung nach dem Ende der SAG-Zeit 1954 in den Räumen der Knorr-Gebäude an der Neuen Bahnhofstraße und hatte mit der Knorr-Bremse vor 1945 und dem Berliner Bremsenwerk bis 1990 nichts zu tun. Erst nach 1990 gehörte die aus dem VEB hervorgegangene MEB Meßelektronik GmbH kurzzeitig zum Knor-Bremse Konzern, da diese die Firma beim Wiedererwerb der Gebäude von der Treuhand mit übernehmen mußte (oder wollte). MEB wurde dann einige Zeit in die Knorr-Bremse Elektronik in München integriert, später wurde das Geschäft mit Meßzellen aber weiterveräußert und MEB abgewickelt.

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