Fenster aus einem jüdischen Gebetraum | Quelle: FHXB-Museum

Ärzte ohne Recht

Torawimpel von 1928 | Quelle: Führer durch das jüdische Berlin 1928
Obwohl die jüdische Gemeinde in Friedrichshain eher weltlich als tiefreligiös war, so wurden die Feiertage und religiösen Symbole respektiert / Quelle: Führer durch das jüdische Berlin 1928 /

Aktiv im Zentrum

Um 1925 lebten über 8.000 Juden in Friedrichshain, das waren fünf Prozent aller Berliner Juden. Viele jüdische Familien lebten rund um den Schlesischen Bahnhof. Katinka Lewinson wohnte in der Andreasstraße 63 und praktizierte hier als Gynäkologin, neben der Praxis ihrer Freundin Ida Kunert, einer evangelischen Hebamme. Junge Frauen, die am Schlesischen Bahnhof ihre Körper verkauften, zählten zu den Patientinnen der Frau Lewinson. Doktor Lewinson versuchte zu helfen, wo es möglich war. Vor allem aber hörte sie zu, sie war eine Vertraute. Sie verlieh Geld, und immer bekam sie es wieder. Sie konnte freundlich sein, aber auch äußerst abweisend, wenn sie jemanden nicht mochte. Infolge des ersten Judenboykotts vom 1. April 1933 blieben ihr allmählich die Patientinnen fern, und im Oktober 1934 schloss sie die Praxis. Den Krieg überlebte sie in Brüssel und sprach nur noch deutsch, wenn sie sich über ihren Hund ärgerte.

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