Wohnidylle in der Palisadenstraße / Foto: Detlef Krenz

Unsichtbare Grenze

Wohnidylle in der Palisadenstraße / Foto: Detlef Krenz
Einst Wohnelend, heute Wohnidylle – sofern die Mieten bezahlbar bleiben. / Foto: Detlef Krenz /

Die Palisadenstraße.

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Sobald man einem wachhabenden Offizier „hundert Fragen“ beantwortet und eine „unleidliche Revision der Akzisebedienten“ über sich ergehen lassen hatte, sah man ärmliche Hütten, wo der „kleinste Zephyr“ – damit ist ein Wind gemeint – unerträgliche Staubwolken verursachte. 1808 war das der Eindruck von außerhalb der Berliner Akzisemauer. Doch innerhalb war es nicht viel anders. „Es gibt hier Straßen, wo große Kloaken aufgetürmt liegen, faule Sümpfe in beständiger Gärung fließen und schädliches Ungeziefer sich generiert“, schrieben angewiderte Reisende. Auf allen Waren, die von außen kamen, lagen hohe Steuern. Die Berliner jener Zeit bauten deshalb selber an. Ein Tourist stellte erstaunt fest, dass „in diesen Ringmauern damals noch gesäet, geerntet, geheutet und gedroschen wurde wie auf dem flachen Lande“. Auch um seine Soldaten an der Flucht zu hindern, ließ der „Soldatenkönig“ zwischen 1734 bis 1737 einen Ring aus Palisaden, einem hohen Zaun mit Toren, um die damalige Stadt bauen. Dann, um 1802, wurde dieser Ring als massive Mauer erweitert und schloss unbebaute Flächen mit ein. Das ursprüngliche Frankfurter Tor stand etwa auf der Höhe des U-Bahnhofs Weberwiese. Nach dem Abriss der leidigen Zollmauer entstand 1863 die Palisadenstraße.

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