Wohnidylle in der Palisadenstraße / Foto: Detlef Krenz

Unsichtbare Grenze

„Zwickelbau“ in der Palisadenstraße / Foto: Detlef Krenz
Am „Palisadendreieck“ wurde 980 an Stelle des Friedrich-Wilhelm-Hospitals der in den Planungsunterlagen so genannte „Zwickelbau“ errichtet. / Foto: Detlef Krenz /

Schienenwege

Am 24. Januar 1952 begannen Bauzüge der Reichsbahndirektion Berlin mit dem Verlegen einer fünf Kilometer langen eingleisigen Bahnstrecke vom Zentralviehhof zum Büschingplatz. Diese „Trümmerbahn“ führte durch die Palisadenstraße. Hier wurden die Waggons von einer großen Trümmerschuttkippe aus beladen. Die Güterwagen, jeder mit bis zu fünfzehn Tonnen Ladegewicht, brachten zweimal täglich den Schutt zum Bahnhof Zentralviehhof und von dort nach Herzfelde, wo die Trümmer in Tonlöchern verschwanden.
Zwickel im Bau
Ende der siebziger Jahre wurden die Sanierung und der Ausbau der Palisadenstraße vorbereitet. Eine „Standortbeschreibung des Zwickelbaus an der Palisadenstraße 55–57 und 61–64“ von 1980 hält fest: „Die vorhandene Bausubstanz entstand im Zeitraum von 1884–1890. Die Bauweise war geprägt durch Ausnutzung des Grund und Bodens, was zur Folge eine beengte Wohnqualität hatte. Durch Sprengung der schlechten Bausubstanz werden in den Lücken Wohnbauten mit neuer Wohnqualität entstehen. Bei der farblichen Gestaltung des Palisadendreiecks ist die dominierende Rolle der Magistrale Karl-Marx-Allee zu berücksichtigen. Deshalb muß sich Gestaltung des Palisadendreiecks durch eine zurückhaltende, freundlich wirkende Farbgebung dieser Magistrale unterordnen.“

Ärger und Erfolg

Aufmerksamkeit erhielten 1997 in der Palisadenstraße 124 Wohnungen mit altersgerechter Ausstattung in der Palisadenstraße 41 bis 46, die nur Inhabern von Wohnberechtigungsscheinen über 65 Jahre zur Verfügung standen. Doch als die Grundförderung zum 31. Oktober 2012 auslief, bestand die Gefahr einer Mieterhöhung bis auf netto 13,50 Euro kalt pro qm². Das war zu viel für etliche der betagten Bewohner. Die „WB Immobilien Palisadenstraße GmbH & Co. KG“ wollte auf eine Mieterhöhung verzichten und schlug vor, freiwerdende Wohnungen künftig als Ferienwohnungen zu vermieten, und das bis zu maximal 50 Prozent aller Wohneinheiten. Doch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz erkannte die Mieter nicht als Härtefälle an. Das löste einen Proteststurm unter den Bewohnern aus. Mit sehr viel Ausdauer in den Verhandlungen verhinderten die Senioren den Missbrauch durch Ferienwohnungen und setzen 2013 eine Miete von 8 Euro je qm² netto kalt durch.

 

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