„Wenn es nach der Industrie ginge, dann würden wir alle kaputten Schuhe wegwerfen.“

Schuhmacher John O'Hara bei der Arbeit | Foto: Giovanni Lo Curto
Auch wenn die Maschine inzwischen viele Arbeiten abnimmt. Das Schuhmacherhandwerk ist überwiegend Handarbeit. / Foto: Giovanni Lo Curto /

Verwirklichung mit Umwegen

Warum gerade Schuhmacher? „Ich hatte immer schon ein Faible für das Handwerk. Das ist was Solides. Und Schuhe reparieren, ist ja auch so etwas wie Recycling. Wenn es nach der Industrie ginge, dann würden wir alle kaputten Schuhe wegwerfen.“
Wenn man so will, dann ist John O’Hara schließlich doch beim Umweltschutz gelandet.
„Es ist auch eine Kunst“, fügt John an. „Man denke an den Designer Salvatore Ferragamo, der in Neapel als Schuhmacher angefangen hat und für berühmte Schauspieler­innen Schuhe herstellte.“
Wie er zu seinem Laden in der Lebuser kam, ist eine einfache Geschichte. „Der Schuhmacher, der hier in diesem Laden residierte, wollte bald in Rente gehen und nahm mich als Auszubildender auf. Ich sollte dann den Laden übernehmen. Das war der Deal.“
Weil John bereits einen Beruf hatte, wurde die Umschulung von Arbeitsamt gefördert. Im Gegensatz zur normalen Dauer der Berufsausbildung brauchte er keine drei, sondern nur zwei Jahre die Schulbank zu drücken. „Die Berufsschule war für mich ein Klacks“, erklärt er. „Aber ein Paar Schuhe selbst von Hand herzustellen und das der Prüfungskommission vorzulegen – da hatte ich Respekt.“

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