Tieghisti Habtom, Gründerin der Internet-Reiseplattform "Glofolio" | Foto: Giovanni Lo Curto

„Es erweitert das Bewusstsein.“

Tieghisti Habtom, Gründerin der Internet-Reiseplattform "Glofolio" | Foto: Giovanni Lo Curto
Bei Onlineplattformen üblich: Der Rechner ist der Arbeitsplatz. / Foto: Giovanni Lo Curto /

Tieghisti Habtom, Gründerin einer Internet-Reiseplattform.

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Mit den Verabredungen zu einem Interview ist es manchmal wie mit einem Blind Date. Auch diesmal weiß ich nicht, wie meine Interviewpartnerin aussieht. Zielsicher spreche ich in einem Café in der Warschauer Straße, in dem wir verabredet sind, eine junge Frau an, die allein an einem Tisch sitzt. Verwirrt entschuldigt sie sich auf Englisch, ich entschuldige mich meinerseits – und schon spricht mich Tieghisti Habtom an, die die Szene amüsiert beobachtet hat. Sie ist eine schmale, offen lächelnde dunkelhäutige Frau in schwarzen Jeans und anthrazitfarbenem Pullover, der sehr schick bei ihr aussieht. Ihr dunkles Haar hat sie nach hinten gebunden. Tieghisti wurde mir von der Initiative Selbständiger Immigrantinnen e.V. empfohlen, als ich mich dort nach einer Friedrichshainer Gründerin erkundigte.

Reisen anders

„Ich arbeite an einem sozialen Netzwerk für Reiseinteressierte“, erklärt mir Tieghisti. Dies ist eine Plattform, die Reisende dazu ermutigt, ihre Reiseerlebnisse mit anderen zu teilen. „Menschen sollen durch Gleichgesinnte zu Reisen inspiriert werden. Es geht nicht um Pauschalreisende, sondern um die Aufmerksamkeit für die Menschen und die Kultur vor Ort. Die Menschen sollen sich auch in Verbindung mit denen setzen, die dort leben.“ Tieghistis Begeisterung für ihr Projekt ist deutlich zu spüren. „Für Reiseinteressierte gibt es Online eigentlich nur Verkaufsplattformen aber keine authentischen Berichte aus erster Hand“, betont sie. „Man muss seine Informationen zusammensuchen, das dauert manchmal ewig.“ Tieghisti ist eine angenehme Gesprächspartnerin, aufmerksam, in gepflegter Sprache, weltgewandt und schnell antwortend. Ich komme mit meinen Notizen kaum hinterher.

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