Die Brotfabrik in Weißensee | Foto: Dirk Moldt

Was machen die Nachbarn?

Die Brotfabrik in Weißensee | Foto: Dirk Moldt
Die Brotfabrik in Weißensee. Das Bild wurde im Sommer fotografiert, Kultur gibt es aber das ganze Jahr. / Foto: Dirk Moldt /

Und Sonntag in die Ausstellung!

Von

In den 1980er Jahren spielte der Klub an der Weißenseer Spitze eine besondere Rolle im (Ost)Berliner Kulturleben. Geschuldet war dies nicht nur seiner verkehrsgünstigen Lage, sondern vor allem wegen seines künstlerischen Profils. Konzerte, Film- und Theaterveranstaltungen sowie Ausstellungen, aber auch die Raumgestaltung boten im sehr konservativen Milieu der DDR-Kunst- und Kulturauffassung erfrischende Alternativen und zogen nicht nur das reform- und revolutionsinteressierte Publikum aus Prenzlauer Berg, sondern auch aus der ganzen DDR-Hauptstadt und darüber hinaus an. Gute Kultur gelang nur mit schlechter Treue zur Veranstaltungsverordnung – vieles geschah halb- oder illegal. Leider ist die Geschichte dieses Klubs noch nie erzählt worden. Es würde ein Klasse Buch werden – oder ein Comic?
Doch es gibt ihn noch, den Klub, wenn auch seit vielen Jahren unter dem Namen Brotfabrik. Kultur wird immer noch gemacht, Theater, Kino, Ausstellung, Kneipe und vieles andere. Es gibt übrigens auch ein kleines Waschküchenmuseum in der Waschküche im Dachgeschoss. Der Besuch lohnt auch für weniger Kunstinteressierte.
Dank des engagierten Teams ist die Brotfabrik eine feste Adresse in der Berliner Kulturlandschaft, und wie in Berlin leider üblich – ohne vernünftiges Budget. Vieles läuft über Drittmittel, teilweise auch die sehr sehenswerten Ausstellungen in einem ehemaligen Stallgebäude. Zur Zeit läuft gerade die Ausstellung „Samplings“ mit Collagen und Assemblagen des Berliner Künstlers Macks Querfeld. „Eine sehr verrückte Ausstellung“, sagt Petra Schröck, Kuratorin und langjährige Mitarbeiterin der Brotfabrik.
Die Ausstellung ist Auftakt des Jahresprogramms: „Korrespondenzen: Outsider für Insider/Insider für Outsider“. Das Programm thematisiert mit acht Ausstellungen in vielfältigen Genres und einem inklusiven Rahmenprogramm (Künstlergespräche, Kunstnächte und Workshops) Fragen um Kunst und Inklusion.

Brotfabrik, Caligariplatz 1, 13086 Berlin   www.brotfabrik-berlin.de

Öffnungszeiten der Galerie: täglich von 16–20 Uhr.
Die Finissage mit Künstlergespräch findet am 25. Februar um 16 Uhr statt

Foto: Botfabrik
Kunst, die sich selbst erklärt. / Foto: Botfabrik /

Was sagst Du dazu?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.