Wo ist Franz?

Steffen Maria Strietzel bringt den Friedrichshainer Zeitzeiger. Photo Silvio Weiß
Die Redaktion stellt sich vor: Geboren im Krankenhaus Friedrichshain, entführt nach Köpenick, nach einer glücklichen Kindheit und Jugend in diesem grünen Bezirk wieder zurück in den Friedrichshain. Außerdem tätig als Tischler, Architekt und Historiker bringt Steffen Maria Strietzel den Friedrichshainer Zeitzeiger zu Ihnen, kümmert sich um Abrechnungen, Finanzen und Steuern und geht allen auf die Nerven: Anzeigen werden gebraucht.

Liebe Leserinnen und Leser,

da hatten wir uns im letzten Editorial zu früh gewundert, dass wir keine Rückmeldungen zum zweiten Heft bekamen: Kaum war die Juliausgabe beim Drucker, meldeten sich unsere aufmerksamen Leser mit Lob und Kritik. Vielen Dank für Ihre wohlwollenden Kommentare und freundlichen Hinweise auf Unklarheiten. Gleich mehrere Leser waren irritiert über den Franz-Mehring-Damm („Mehring mal 3“ im Juni-Heft). Wo kommt da plötzlich der „Franz“ her und wo ist er jetzt? Tatsache ist, dass der Mehringdamm bis mindestens 1947 den Franz im Namen trug, wenngleich nicht durchgängig. Dann, ab 1948 verschwand der Franz. Warum, konnten wir nicht klären.
Außerdem erreichten uns Angebote zur Mitarbeit in der Zeitzeiger-Redaktion. Ja, gerne können Sie mitmachen: Texte schreiben, Fotos machen oder einfach Ihre Ideen für Beiträge an die Redaktion schicken. Und Sie können sich auch melden, wenn Sie den Friedrichshainer Zeitzeiger in Ihrem Laden, Ihrer Praxis oder Ihrer Kneipe auslegen wollen: Wir bringen Ihnen gern einen Stapel vorbei.
Dieses Heft erkundet die Ränder unseres Bezirks: Wir haben die Halbinsel Stralau besucht, einen Tunnel ausgegraben, der nach dem Mauerbau Kreuzberg mit Mitte verbinden wollte und der Blick zu den Nachbarn führt uns diesmal in die Danziger Straße. Für unsere Kulturtipps hingegen präsentieren wir Ihnen diesmal Orte, an denen sich der heiße und staubige Berliner Sommer gut aushalten lässt: angenehm temperierte Galerien, ein Friedhof und die schattigen Ecken am Boxhagener Platz. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und Ausgehen.

Im Namen der Redaktion
Anke Wagner

Ein Gedanke zu „Wo ist Franz?“

  1. Hallo,

    Ich hätte nur eine kleine Korrektur: die Strasse in Kreuzberg hieß nicht, wie von Ihnen geschrieben, „Franz-Mehring-Damm“ aber „Franz-Mehring-Strasse“ (das Wort Strasse war das einzige das von der alte Belle-Alliance-Strasse geblieben ist:-)

    Beide Franz-Mehring-Strasse und Franz-Mehring-Platz haben den „Franz“ tatsächlich in 1947 verloren. Die Gründe dafür waren, als es mir erklärt wurde, relativ einfach: alle andere Strassen in der Umgebung haben „einfache“ namen, spricht ohne Bindestrich und Vornamen des Namensgebers. Da die Franz-Mehring-Strasse in F-hain erst fast 30 Jahren später benannt wurde, gab es keinen Verwechslungsgefahr. „Damm“ kommt angeblich von dem Tempelhofer Damm weiter südlich: Franz-Mehring-Strasse war in der Tat viel breiter und representativer als die damalige Berliner Strasse (seit 1949 Tempelhofer Damm). Also ist sie zu Damm mutiert.

    Schöne Grüße aus Kreuzberg und nochmal vielen dank für die tolle Führung um die Eisfabrik am Tag des offenen Denkmals!

    Beata (notmsparker, wie Franz Mehring geboren in Schlawe:)

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