Im Tauschladen kann man fast alles mitnehmen, nur nicht die Nähmaschine, die darf aber benutzt werden, erklärt Masha und lacht. / Foto: Anke Wagner /

Neues aus Altem mit Spaß

Im Tauschladen kann man fast alles mitnehmen, nur nicht die Nähmaschine, die darf aber benutzt werden, erklärt Masha und lacht. / Foto: Anke Wagner /
Im Tauschladen kann man fast alles mitnehmen, nur nicht die Nähmaschine, die darf aber benutzt werden, erklärt Masha und lacht.
/ Foto: Anke Wagner /

Das Kulturlabor Trial & Error in Neukölln

von Anke Wagner

Der Klimagipfel Anfang Dezember des letzten Jahres ist jetzt längst vergessen. Berlin beschäftigt sich im Januar mit Mode: Die Fashion Week kommt. „Glamour und Lifestyle halten Einzug in die Stadt“ freut man sich im Hauptstadtportal visit.berlin.de. Dabei geht es in der Textilindustrie schon lange nicht mehr um Glamour und Lifestyle, sondern um Masse und Ramsch. 40% der 5,2 Milliarden Kleidungsstücke in deutschen Schränken würden selten oder nie getragen, ermittelte Greenpeace kürzlich in einer Umfrage. Viel kaufen und schnell wegschmeißen, das wünscht sich die Wirtschaft nicht nur in Bezug auf Kleidung.

Nicht alle machen da mit: In Neukölln probiert das „Kulturlabor Trial & Error“ den nachhaltigen und umweltfreundlichen Umgang mit Waren aller Art. Angefangen hat es mit Kleidertauschparties. Seit drei Jahren gibt es den Tauschladen in der Mareschstraße als Treffpunkt und Ideenlabor. Wegwerfen muss nicht sein, neu kaufen aber auch nicht: Jede und jeder kann Kleider, Bücher oder Haushaltsdinge zum Tauschladen bringen, dort einsortieren und anderes mitnehmen.
Eine Nähmaschine steht im liebevoll improvisierten Laden, hier finden Workshops im Selbermachen statt. Wer will, kann hier lernen und lehren, wie man aus alten Dingen interessante, individuelle und hochwertige neue Dinge macht. „Upcycling“ heißt das, Taschen aus alten Fahrradschläuchen, modische Einzelstücke aus alten T-Shirts oder Geldbeutel aus Tetrapacks herzustellen und dabei den eigenen Gestaltungsideen freien Lauf zu lassen. Bei „Trial & Error“ bekommen alle Ideen eine Chance, kein Problem, wenn sie scheitern. „Das ist ein Prozess von Versuch und Irrtum, der außerdem Spaß macht“, sagt Masha, eine der zehn Aktiven des Kulturlabors. Um Geld geht es nicht, vielmehr um die Freiheit, den Umgang mit Dingen verantwortlich selber zu organisieren.

Der Tauschladen in der Mareschstraße 10 ist immer Dienstags und Donnerstags von 15–19 Uhr geöffnet. Schauen Sie mal rein.

www.trial-error.org

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