Das Karussell Kino, 1941, Quelle: Kunstwissenschaft TU Berlin

Schmelzendes Zelluloid, genervte Musiker und leicht bekleidete Tänzerinnen

Das Karussell Kino, 1941, Quelle: Kunstwissenschaft TU Berlin
Das Karussell Kino in der Frankfurter Allee 91 existierte von 1911 bis 1965, das Foto ist von 1941. / Quelle: Kunstwissenschaft TU Berlin /

Ein Blick hinter die Kulissen der Lichtspielhäuser.

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Am 2. November 1905 erbat der Fotograf Stanislaus Kucharski um die Erlaubnis  im Eckhaus Große Frankfurter Straße 27 ein Kino eröffnen zu dürfen. Sein  „Thalia“ wurde damit zum ersten in Friedrichshain. Am 29. Juni 1906 eröffnete Fritz Gilies das „Welt-Biograph-Theater“ in der Warschauer Straße 39. Kinobetreiber waren damals oft Filmverleiher- und Produzenten in Personalunion.  Mit zweihundert Plätzen war das „WBT“ an jedem Wochenende ausverkauft.
Der Beamte von der Zensurbehörde fand jedoch keinen Einlass. Dafür musste Gilies zweihundertfünfzig Mark Strafe zahlen. Sechs Beamte der Theaterpolizei wachten über alle Kinos und Filminhalte. Gnade vor diesen strengen Augen fand 1913 Hans Junkermann als Detektiv in „Wo ist Coletti?“, der sich im Hotel Adlon als vornehme Dame tarnte. Bis 1914 stieg die Zahl der Kinos auf über ein Dutzend mit Größen bis zu dreihundert Sitzplätzen. Eine Welle von Kinoeröffnungen hob nach 1918 an. In den unsicheren Inflationsjahren galten Kinos als Geldanlage. Zeitweise wurden über 30 Kinos gezählt, etliche mit vier- bis übersechshundert Sitzplätzen.

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