Cyclonette Quelle: Zeitungsanzeige 1920er Jahre

Frei im Wind

Genial war die Kombination von Vorderrad, Lenkung, Federung und Motor.                              Quelle: Zeitungsanzeige 1920er Jahre

Neubeginn

Nach dem Krieg gingen die ‚Cyclowerke‘, mit dem erweiterten 6-PS-Modell von 1907 wieder auf den Markt. Um ein 10-PS-Modell erweitert, das nun endlich einen Rückwärtsgang besaß, wurde das Gefährt 1922 zu einem Kleinwagen mit querstehendem 12 PS-Motor weiterentwickelt. Im Vergleich zu anderen Anbietern kostete es für zu wenig Komfort zu viel Geld. Franz Hüttel und Vasile Sfetescu hatten zudem bereits 1907 die ‚Cyclowerke‘ verlassen und arbeiteten für die Zittauer Phänomenwerke. Deren ‚Phänomobil‘ glich zum erheblichen Teil der ‚Cyklonette‘. Wegen der von Hüttel erfundenen und patentierten Vorderradfederung gewann im Patentstreit das ‚Phänomobil‘. 1919 verbanden sich die ‚Cyclowerke‘ mit der ‚Süddeutschen Karosseriewerke Schebera Heilbronn AG.‘ Dieser Deal wurde von Jakob Schapiro eingefädelt, der in den ersten Nachkriegsjahren große Aktienanteile von Cyklon, Hansa-Lloyd, Dixi, alles bekannte Kleinwagenmarken jener Zeit aufkaufte. Im Laufe der späten 1920er Jahre schlugen Jakob Schapiros Spekulationen fehl. Sein „Schapiro-Konzern“ ging 1930 in Scherben. Für die ‚Cyklonette‘ waren Schapiros Geschäfte folgenreich. 1923, im Jahr der Hyperinflation, wurde die Produktion eingestellt, 1927 aber wieder aufgenommen, jetzt erweitert als 40 PS starkes Sechszylinderfahrzeug. Mit dem Zusammenbruch des ‚Schapiro- Konzern‘ verschwand auch die neue ‚Cyklonette‘ wieder in der Versenkung, diesmal aber für immer.

Neues Leben auf alten Flächen

Von der einstigen Produktionsstätte zwischen Boxhagener,- Holtei- und Weserstraße ist heute nichts mehr zu sehen. 1906 wurde unter Leitung des Bauingenieurs Karl Bernhard die große Halle der ‚Cyclowerke‘ gebaut, die nach dem Ende der ‚Cyclowerke‘ verschiedenen Industrienutzungen, wie den ‚Deutschen Kabelwerken‘, gefolgt von den VEB Gummiwerken, diente. Nach der Wendezeit verkam das Gelände zur Brache, zudem war der Boden stark kontaminiert. 2015 wurden die Altlasten beseitigt und im April 2017 die Bauarbeiten für ein neues Wohnviertel unter dem Namen ‚Box Seven‘ aufgenommen. 600 bis 640 Wohnungen, die, von wenigen „günstigen“ Mietwohnungen abgesehen, im Hochpreissektor positioniert sind.

Bei Cyclo wurden nicht nur Motordreiräder gebaut, sondern auch große Fahrzeuge im „Ami-Wagen Style“. Quelle: Zeitungsanzeige 1928

 

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