Streikkommitee 1898. Wegen der immensen sozialen Folgen des 1.Weltkrieges wurden Generalstreiks initiert Quelle: LAB APr.Br.Rep.030Nr.15823

Ein wütendes bitteres Ringen

Gruendung der Streikkontrollkommission,1890
1890: Die Streik-Kommission koordinierte Streiks oder leistete Hilfe. / Quelle: Landesarchiv Berlin /

Nur mehr Geld?

Anfang November 1897 sollten Glasbläser der Stralauer Flaschenfabrik einen Lohnverlust von 4 Pfennigen hinnehmen. Sofort kündigten 270 Mitarbeiter. Vier Tage später hob die Firmenleitung die Reduktion auf und im Jahr 1900 erreichten die Glasarbeiter eine Lohnerhöhung über 4 Prozent und einen Mietzuschuss von 10 Mark pro Wohnung. Um solche Aktionen zu koordinieren, beschloss am 15. April 1890 eine „Große Öffentliche Versammlung sämtlicher Gewerkschaften Berlins“ in „Joels Salon“ in der Andreasstraße Nr. 21, die Gründung einer „Streikkontrollkommission“. Offiziell war das Streiken nicht verboten, aber jeder Versuch Streikwilliger, die Kollegen zum solidarischen Handeln zu bewegen, wurde von der Polizei als strafbarer „Koalitionszwang“ bewertet. Wenn Streikposten vor den Werkstoren aufzogen, wurde das als „grober Unfug“ bewertet. Streikende und Streikposten standen immer mit einem Bein im Gefängnis. Die Stralauer Glasarbeiter waren sich der Risiken bewusst, wenn sie streikten. Es drohten der Verlust der Arbeiterwohnung und der Arbeitsstelle durch Aussperrung. Dennoch traten sie im Juli 1901 in einen politischen Streik. Ziel war die Durchsetzung eines Rechts auf Koalition. In der Streikkasse lag Geld für einen 10-wöchigen Streik und diese wurde auch von der Gewerkschaftskommission unterstützt. Weil jedoch keine Lohnfragen berührt wurden, enthielt sich der Vorstand des Glasarbeiterverbandes und der Streik scheiterte an finanziellen Problemen. Erst nach der Revolution von 1918 konnten massive Arbeitsrechte umgesetzt werden.

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