Berliner Möbelwerke | Quelle: Bundesarchiv Bild 183-28466-011

Dünne Späne und harte Platten

Berliner Möbelwerke | Quelle: Bundesarchiv Bild 183-28466-011
Die Berliner Möbelwerker versuchten zum III. Parteitages der SED 1950 den Plan mit 10 % überzuerfüllen. / Quelle: Bundesarchiv Bild 183-28466-011 /

Erfolge

1954 wurden monatlich 400 Schlafzimmer hergestellt. Der Polier Wischer sagte: „Wir sind bestrebt, stets gute Möbel anzufertigen, denn sie werden ja von Arbeitern gekauft“. Das Modell „Erika“, aus Eiche, mit Birke abgesetzt, mit einem 1,80 Meter breiten Schrank. Dann „Dagmar“ und „Helga“, beide mit einem 2,20 Meter-Schrank. Und in Birke – die „Rita“, mit 2.2 Meter- Schrank plus Herrenkommode. Da am 17. August 1954 im Neuen Deutschland stand: ‚Die Bäume wachsen nicht wie Kartoffeln‘, gab Nationalpreisträger Professor Diplom- Ingenieur Stanek die Parole heraus: “Jede klar formulierte Aufgabe enthält bereits 50 % ihrer Lösung“. Die Leuna-Werke „Walter Ulbricht“ entwickelten den farblosen Kunstharzleim 602 / 40. Der ließ sich gut versprühen und härtete bei 90 – 100 Grad aus. In kleinen Formaten war damit eine Produktion volkseigener Spanplatten möglich und das Transparent „1955, das Jahr der Spanplatte“ zierte die Werkstätten der Möbelwerker. 1956 hieß das Ziel: 4.600 Schlafzimmer aus „Sauerkohlplatten“, allein 600 vom Model „Helga“. Stolz brachten die Möbelwerker „Helga“ „Rita“ und „Dagmar“ zur Leipziger Messe. Die westdeutsche Fachzeitschrift „Möbel-Kultur“ urteilte in Heft 11: „Der Durchbruch zur industriellen Fertigung, wie wir sie seit Jahren kennen, zeichnet sich nun auch in Ostdeutschland stellenweise in klaren Konturen ab. Im Allgemeinen dominiert die dem alten Kulturerbe entlehnte gutbürgerliche Einrichtung“.

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