U-Bhf-Frankfurte Tor, Petersburger Straße oder Rathaus friedrichshain? | Photo: privat

Die Redaktion erzählt Geschichten

U-Bhf-Frankfurte Tor, Petersburger Straße oder Rathaus friedrichshain? | Photo: privat
Schon lange bevor es in den Metropolen der Welt zu Protesten gegen einen ausufernden Kiez-Tourismus kam, schätzte man sich im Friedrichshain mit einer ebenso simplen wie effektiven Methode gegen übermäßigen Besuch. In der Tradition von Stadtguerilla und urbaner Intervention wurde der U-Bahnhof Frankfurter Tor zunächst (1991) in Rathaus Friedrichshain umbenannt. 1996, als dieser Name den Weg in die Stadtpläne der Welt gefunden hatte, folgte die Rückbenennung in Frankfurter Tor. Aber damit nicht genug, noch im selben Jahr beschlossen die zuständigen Behörden, „Petersburger Straße“ sei eine passablere Bezeichnung für einen Ort, dem allmählich eine ernsthafte multiple Persönlichkeitsstörung drohte. Zwei Jahre später wurde die Gaudi mit der erneuten Umbenennung in Frankfurter Tor beendet. Noch Jahre später konnte sich der Kiez über heillos verwirrte Touristen amüsieren. / Foto: Privat /

Liebe Leserinnen und Leser,

leider sehr spät erreichte uns ein Antwortschreiben aus dem Büro des Innenministers Andreas Geisel vom 12. Juli auf unseren Beitrag im Juni-Heft über die sanierungsbedürftige Feuerwache Rüdersdorfer Straße. Eine Generalinstandsetzung ist vor 2020 nicht geplant, so heißt es. Andere Wachen genießen Priorität. Insgesamt seien aber für Fassade, Sanitärräume und Abdichtung der Keller des Gebäudekomplexes bisher 900.000 Euro ausgegeben worden. Fortbestehende Provisorien werden also weiterhin den Alltag der Friedrichshainer Feuerwehr-Rettungsmannschaft bestimmen.
Sie haben es schon bemerkt: anders als in unserer Oktoberausgabe verlautet, wurde das Café Sibylle noch nicht wieder geöffnet. Dem Vernehmen nach geschieht dies erst ab Mitte November. Ein Plan für die Pflege der 40 Stelen in der Karl-Marx-Allee wird ausgearbeitet, ebenfalls eine Neukonzeption der Ausstellung im Café. Wir bleiben dran.
Einen wirklich peinlichen Schreibfehler in der Printausgabe müssen wir entschuldigend korrigieren: auf der Seite 20 der letzten Ausgabe muss es in der Bildunterschrift heißen: Gedenken für die von den Nationalsozialisten ermordeten KPD-Funktionäre Ernst Thälmann und Frank Stenzer. Nach letzterem war das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk benannt. Vielen Dank an den kritischen Leser, der uns darauf aufmerksam machte.
Unsere jetzige Ausgabe widmet sich einem Plattenladen, dessen endgültige Schließung durch Gentrifizierung gerade noch einmal abgewendet wurde, einer traditionellen Friedrichshainer Motorrally, den Friedrichshainer Friedhöfen und einem mysteriösen Skelettfund auf Stralau, über den die Polizei keine Auskunft gibt.
Es kommen die Tage der Herbststürme. Machen Sie es sich mit einem heißen Getränk gemütlich und lesen Sie den Zeitzeiger.

 

Im Namen der Redaktion,

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