Henschel Lastkraftwagen mit Imbert-Gas | Quelle: Katalog Imbert 1936

Berlin fährt mit Holz

Opel-Blitz-Lieferwagen mit Imbert-Generator | Quelle: Katalog Imbert 1939
Opel-Blitz-Lieferwagen mit Imbert Generator / Quelle: Katalog Imbert 1939 /

Kopfwechsel

Immerhin trafen 1.000 Raummeter des geschlagenen Holzes, „Kloben und Knüppel gemischt“, am Ostbahnhof ein. Zu wenig für Generalmajor Kotikow. Er vermutete „Sabotage“ und enthob am 25. Oktober 1947 den SPD-Bezirksbürgermeister von Friedrichshain Wilhelm Mardus, seines Amtes. Seit den Wahlen im Oktober 1946 gehörten acht Bürgermeister des sowjetischen Sektors der SPD an. Die „Holzaktion“ war ein Versuch, der SPD Unfähigkeit zu unterstellen. Alle Bezirksbürgermeister und der Magistrat protestierten. Am 21. Januar 1948 wählte die Bezirksverordnetenversammlung Heinz Griesch von der SPD zum Bürgermeister.

Verteilung

Angesichts des zunehmenden politischen Konflikts zwischen West und Ost sollte die „Internationale Generatortagung auf alle Fälle den beteiligten Kreisen die Bedeutung Berlins als Hauptstadt eines einheitlichen Deutschlands ins Bewußtsein bringen“, hieß es einem internen Ostberliner Bericht, der resümierte, dass dies in einer Linie zur „Volkskongressbewegung“ stünde, die ein „Volksbegehren zur deutschen Einheit“ anstrebte. In der Realität verbot die Russische Militärkommandantur schon 1946 Holz-Transporte aus ihrem Gebiet. Um an Tankholz zu kommen, wurden im Tegeler Forst bis zu 200 Jahre alte Bäume gefällt. Wer kein Holz im Vergaser hatte, schüttete Koks oder Torf in den Generator. Benzin war selten und teuer, die „Generatoren“ gehörten deshalb lange zum Friedrichshainer Straßenbild.

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