Waschmaschinenmodelle

Sauber ist nicht genug

Wäschereien | Quelle: WikiCommens
Sauber gestapelt warten die Bettlaken auf Kundschaft. / Quelle: WikiCommens /

Waschen in Gemeinschaft

Viel Zusammenarbeit war nötig, um ein neues Zeitalter des Wäschewaschens in Friedrichshain einzuläuten. Ein „Entwicklungsaktiv“ im VEB Metallverarbeitung Hohenschönhausen kümmerte sich im Oktober 1950 um Gummimanschetten. Kollegen des VEB Wäscherei-Maschinenbau in Weißensee nutzten diese Entwicklung für eine neue Trommelwaschmaschine und das VEB Waschgerätewerk Schwarzenberg belieferte den Maschinenpark des VEB Blütenweiß, der 1952 in der Stalinallee eine Filiale unterhielt. Hier war Vorsicht geboten, falls beispielsweise ein weißes Kostüm zu reinigen war. Mitunter kam es schmutziger zurück, als es vorher war, da es nass zwischen schwarzer Kleidung transportiert wurde. Ungeachtet dieser kleinen Probleme steigerte der VEB Blütenweiß seine Planleistung auf 127 %. 1954 schloss eine Blütenweiß-Agentur in der Oderstraße, dafür öffnete eine neue und größere Annahmestelle in der Gärtner-/ Ecke Wühlischstraße. Wegen vorgeblicher Kapazitätsüberlastung nahm diese nur Mangelwäsche, aber keine gemischte Wäsche an. Vorherige Kunden hatten alte Rechnungen vorzulegen, anderenfalls wurden sie nicht angenommen. 1958 sollte die Initiative der „Tausend kleinen Dinge des Alltags“ diesem und anderem Ungemach ein Ende bereiten.
Die Bezirksverordnetenversammlung entschied: „Der Handel muß mehr tun, um die direkte Meinung der Verbraucher über die Zweckmäßigkeit der produzierten Gegenstände zu erforschen und nicht nur die von Einkäufern oder anderen Funktionären. Das ist besonders bei den Geräten notwendig, die der werktätigen Frau ihre Arbeit im Haushalt erleichtern sollen, es aber manchmal nicht tun.“ 1966 ging eine unkomplizierte Waschmaschine in die Geschäfte: die „WM 66“. Drei Eimer Wasser in den Bottich gefüllt, dann den Drehkopf auf Heizen gestellt. Erreichte das Wasser die richtige Temperatur, kam die Wäsche und das Waschpulver in die Maschine. Wurde der Schalter auf Waschen gestellt, war sechs Minuten später alles sauber. Klargepült wurde in der Badewanne und getrocknet auf dem Balkon. Die WM 66 war ein Fortschritt für viele Friedrichshainer Haushalte.

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