Verschwundene Orte in Berlin-Friedrichshain: Brommybrücke | Foto: Postkarte

Verschwundene Orte in Friedrichshain | Die Brommybrücke

Die verschwundene Brommybrücke

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Verschwundene Orte in Berlin-Friedrichshain: Brommybrücke | Foto: Postkarte
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Verschwundene Orte in Berlin-Friedrichshain: Brommybrücke | Foto: Giovanni Lo Curto
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Brommybrücke

Bevor es den Berliner Eisenbahn-Innenring gab, auf dem auch die S-Bahn fährt, führte die Berliner Verbindungsbahn zu ebener Erde einspurig fünf Kopfbahnhöfe zusammen. Über die Spree wurde sie ab 1851 über eine Drehbrücke geleitet, mit der abwechselnd der Eisenbahn- und Schiffsverkehr freigegeben werden konnte. Ab Öffnung des Bahnrings 1871 fuhren eine Zeit lang nur noch Kohlenwagen über die Brücke, dann stand die Brücke still. Alfred Messel errichtete im Auftrag der Stadt eine dreibögige Straßenbrücke aus Stampfbeton, verkleidet mit Granit und Muschelkalk. 1909 wurde sie eingeweiht. Sie erhielt ihren Namen nach Karl Rudolf Brommy, dem ersten Befehlshaber der gesamtdeutschen Flotte ab 1849. Sofort bildete die Brücke eine wichtige Straßenverbindung zwischen den Bezirken Friedrichshain und Kreuzberg. 1945 wurde sie im Bombenkrieg schwer beschädigt und fiel Ende April 1945 einem fanatischen SS-Sprengkommando zum Opfer. Auch der im Wasser stehengebliebene Brückenpfeiler hat Geschichte. Am Kreuzberger Ufer verlief die Grenze zwischen den beiden verfeindeten, hoch gerüsteten kapitalistischen und sozialistischen Weltreichen, Ost gegen West – obwohl die Grenze hier zwischen Nord und Süd verläuft. 1973 stürzte hier an der Westseite ein fünfjähriger Junge ins Wasser und ertrank. Hier im Grenzgebiet hielt sich sonst niemand auf, bis die Ostberliner Grenzpolizei auf der anderen Uferseite. Sie kam zu spät. Seit Öffnung der Mauer hat der Brückenpfeiler neben seiner Symbolhaftigkeit für den Krieg und für die Teilung eine weitere Bedeutung gewonnen: Symbol des Zauderns, des Nicht-Schaffens, des Nicht-Wollens? Denn der Wiederaufbau der Brommybrücke als Fußgängerbrücke ist seit vielen Jahren vorgesehen. Doch wann er realisiert wird, steht in den Sternen.


Verschwundene Orte in Friedrichshain | Eine Mini-Foto-Ausstellung für alle.

Friedrichshain ändert sein Aussehen. Zahlreiche Gebäude, Stadtwinkel, ganze Straßenzüge, die einst das Stadtbild prägten, sind verschwunden, wurden neu erreichtet oder umgebaut. Auf insgesamt zwölf Tafeln stellt der Zeitzeiger solche verschwundenen Orte in Friedrichshain vor. Historische Fotografien, kombiniert mit gegenwärtigen Ansichten aus der gleichen Perspektive, führen lebhaft vor, wie sich das Antlitz der Stadt änderte. Kurze erläuternde Texte ergänzen die Darstellung. Ein kleiner, lehrreicher Ausflug in die Vergangenheit.

Die Tafeln können auch einzeln und unabhängig voneinander gezeigt werden. Sie können sich bis zu fünf Tafeln ausleihen, sie aufstellen und nach zwei Wochen mit anderen auswechseln. Ausleihe und Lieferung sind kostenlos.

Bei Interesse melden Sie sich bitte unter: Redaktion@fhzz.de oder 0176 24151190

Weitere verschundene Orte:

Berlin Hauptbahnhof / Ostbahnhof
Leninplatz / Platz der vereinten Nationen
U-Bahnhof Schlesisches Tor / heute verschwunden
Büschingplatz / heute verschwunden
Stralauer Platz mit Andreaskirche
Oberbaumbrücke
Deutsche Sporthalle / heute verschwunden
Kaufhaus Hertie, Große Frankfurter Straße / heute verschwunden
Große Frankfurter Straße / heute verschwunden
Caprivistraße / heute Danneckerstraße

Wappen Friedrichshain-KreuzbergWir präsentieren in unseren nächsten Ausgaben eine Auswahl der verschwundenen Orte in Friedrichshain. Das Projekt wurde durch den Bezirkskulturfond Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg gefördert.

 

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