Verschwundene Orte in Friedrichshain: Die Lazaruskirche | Foto: Privat

Verschwundene Orte in Friedrichshain | Die Lazarus-Kirche

Die verschwundene Lazarus-Kirche.

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Verschwundene Orte in Friedrichshain: Die Lazaruskirche | Foto: Privat
/ Foto: Privat /

In Friedrichshain verschwanden einige Kirchen infolge des Zweiten Weltkriegs und der kirchenfeindlichen Politik der SED. Die Lazarus-Kirche, 1907 geweiht und wegen ihrer Wuchtigkeit auch der Dom Friedrichshains genannt, stand an der Ecke Kadiner-, Romintener Straße (heute Grünberger Straße). Hier, im Südosten des Bezirks lebten 60.000 bis 70.000 Gemeindeglieder – Bürgerliche, Proletarier, Händler, Handwerker. Es war die größte deutsche evangelische Gemeinde. 1933 geriet sie durch eine von den nationalsozialistischen Deutschchristen initiierte Massenhochzeit von SA-Angehörigen in Verruf. Bei einem der letzten Luftangriffe auf Belin wurde das Kirchenschiff schwer getroffen.

Verschwundene Orte in Friedrichshain: Hier stand einst die Lazaruskirche | Foto: Giovanni Lo Curto
/ Foto: Giovanni Lo Curto /

Ein nach dem Krieg erlassenes Gesetz regelte, dass freigeräumte Trümmerflächen, die für den Wohnungsbau genutzt werden, verstaatlicht werden konnten. 1949 wurden Gebäude und Turm der Kirche gesprengt. Kirchenangehörige beschwerten sich darüber, dass diese Praxis bei Kirchengrundstücken in Ostberlin häufig angewendet wurde. Überlebt hat aber die erste Lazarus-Kirche, ein 1892 errichteter Fachwerkbau, der nach seiner Demontage 1905 in den Lobethaler Anstalten wieder errichtet wurde.

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Verschwundene Orte in Friedrichshain | Eine Mini-Foto-Ausstellung für alle.

Friedrichshain ändert sein Aussehen. Zahlreiche Gebäude, Stadtwinkel, ganze Straßenzüge, die einst das Stadtbild prägten, sind verschwunden, wurden neu erreichtet oder umgebaut. Auf insgesamt zwölf Tafeln stellt der Zeitzeiger solche verschwundenen Orte in Friedrichshain vor. Historische Fotografien, kombiniert mit gegenwärtigen Ansichten aus der gleichen Perspektive, führen lebhaft vor, wie sich das Antlitz der Stadt änderte. Kurze erläuternde Texte ergänzen die Darstellung. Ein kleiner, lehrreicher Ausflug in die Vergangenheit.

Die Tafeln können auch einzeln und unabhängig voneinander gezeigt werden. Sie können sich bis zu fünf Tafeln ausleihen, sie aufstellen und nach zwei Wochen mit anderen auswechseln. Ausleihe und Lieferung sind kostenlos.

Bei Interesse melden Sie sich bitte unter:
Redaktion@fhzz.de oder 0176 24151190

Weitere verschwundene Orte:

Berlin Hauptbahnhof / Ostbahnhof
Leninplatz / Platz der Vereinten Nationen
U-Bahnhof Schlesisches Tor / heute verschwunden
Büschingplatz / heute verschwunden
Strausberger Platz mit Turm der Markuskirche
Stralauer Platz mit Andreaskirche
Oberbaumbrücke
Deutsche Sporthalle / heute verschwunden
Kaufhaus Hertie, Große Frankfurter Straße / heute verschwunden
Caprivistraße / heute Danneckerstraße

Wappen Friedrichshain-Kreuzberg

Wir präsentieren in unseren nächsten Ausgaben eine Auswahl der verschwundenen Orte in Friedrichshain. Das Projekt wurde durch den Bezirkskulturfond Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg gefördert.

 

 

 

 

 

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