Quelle: Bundesarchiv Wikicom

Entwürfe und Pläne

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Der Runde Tisch verhandelte Probleme, die von der Regierung gar nicht oder nur einseitig angegangen wurden. Quelle: Bundesarchiv Wikicom

Aktive Perspektiven

Im Westen wurden die Gedanken Rudolf Bahros schnell zur Geschichte, in der DDR blieben sie lebendig. Als es hieß: „Stasi in die Produktion“ brummte mancher leise: „Aba nich in meene Abteilung!“. So bat der „Runde Tisch Berlin“ am 8. Januar 1990, das „Amt für Nationale Sicherheit“ aufzulösen, dessen KFZ- und Telefonkapazitäten dem Gesundheitswesen zur Verfügung zu stellen und forderte am 23. Februar 1990: „bei der Bereitstellung von Räumlichkeiten sind gemeinnützige Projekte bevorzugt zu unterstützen.“ Einige Kunstund Kulturaktiven nahmen diese Forderung ernst. Sie besetzten leerstehende Räume in der Eldenaer Straße 7. Ein Kommunikationstreff sollte hier entstehen, frei von jeder Bevormundung, ganz im Geiste einer „Stimulierung schöpferischer Initiativen unter dem Aspekt der subjektiven Motivation“. Der Runde Tisch Friedrichshain sagte zu, die Initiativgruppe „Kietzkultur“ wurde aktiv, es dauerte einige Zeit, doch dann kamen Verträge zustande, die Arbeit konnte beginnen.

„Dieses Geschäft bringt zwar keinen Gewinn, macht aber Spaß,“ hing über dem Eingang des Ateliers „Feelgood“, ebenfalls in der Eldenaer Straße gelegen. Junge Modegestalter vom VEB Oberbekleidung wollten sich gegen Quelle, Neckermann, Otto und wie sie alle hießen, den einstigen Kunden des VEB, mit frischer und anspruchsvoller Designermode zu günstigen Preisen durchsetzen. Auf der Modemesse in Florenz, der Berliner Modemesse oder der Münchener Modewoche, erregte „Feelgood“ Aufsehen. Doch für die wirklich wichtigen Messen trudelten keine Einladungen ein. Zwar breitete sich im Herbst unter den Modemachern wie unter den Kiezladenbesetzern zunächst die Meinung aus: „Das ist der Trend im Osten für Frühjahr/Sommer 1991″, doch davon unterkriegen lassen wollte sich niemand.

Der Runde Tisch | Quelle: Bundesarchiv
Der Runde Tisch brachte viele gute Vorschläge hervor. Quelle: Bundesarchiv

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