Die Reeperbahn im Schiffscontainer - Eindringliche Bilder einer verschwindenden Welt im Silber & Salz - Fotografien von Antonia Zennaro

Die Reeperbahn im Schiffscontainer

Die Reeperbahn im Schiffscontainer - Eindringliche Bilder einer verschwindenden Welt im Silber & Salz - Fotografien von Antonia Zennaro
– Zum Silbersack –
1949 bauten Erna Thomsen und ihr Ehemann in der Silbersackstraße eine Bretterbude. Später ummantelten sie ihre Kneipe mit Beton. Seeleute waren bei ihr zu Gast, Stars und Sternchen. Erna Thomsen war eine Kiez-Legende, sie starb 2012 mit achtundachtzig Jahren. Bis zu ihrem Tod stand sie hinter dem Tresen.

Eindringliche Bilder einer verschwindenden Welt im Silber & Salz

 Fotografien von Antonia Zennaro

Vernissage am 21. November ab 18:00 Uhr

Berlin, November 2015: „Oft saß ich einfach nur da, hörte zu und trank mit.“ sagt Antonia Zennaro über die Zeit, in der ihre einfühlsamen und bewegenden Bilder auf der legendären Reeperbahn entstanden. Ausgangspunkt Ihrer Aufnahmen war der „Silbersack“, eine traditionsreiche Hamburger Kiezkneipe, in der sich St. Paulianer einer früheren Zeit und junge Kiezbesucher mischen. Die Zeit, die die Fotografin sich nahm, hat sich gelohnt: ihr gelangen Porträts, die die Seele der Abgebildeten sichtbar werden lassen und ihre wahre, ungeschönte Menschlichkeit hervorbringen.

Die Reeperbahn im Schiffscontainer - Eindringliche Bilder einer verschwindenden Welt im Silber & Salz - Fotografien von Antonia Zennaro
– Safari –
Viele Künstler versuchen, das Sex-Cabaret als Einstieg für andere Bühnen und Engagements in Deutschland zu nutzen. Oft denken sie daran, später wieder auszusteigen. Nicht alle schaffen es. Die Arbeit ist hart, aber für manche ist die Bühne wie eine Droge – der Beifall, die Aufmerksamkeit, das Geld bar auf die Hand

Erstmals wird eine Auswahl dieser Fotografien nun in Berlin in der Fotogalerie Silber & Salz gezeigt. Zu sehen sind Seeleute, Tänzer, Hausmeister – die Menschen der legendären Meile hinter ihren Fassaden. „Mein Gang zu den Orten einer vergangenen Zeit waren nie einfach. Die schweren Türen, der kalte Rauch und die Stille, die mir entgegenschlägt, im schummrigen Licht. Geteilte Einsamkeit. (…) Die schönen Geschichten waren schnell erzählt. Die traurigen, schmerzvollen liegen in der Stille dieser oft tiefschwarzen Seelen, zwischen den Zeilen und in den Augen, sobald das Aufblitzen verschwunden ist. Ich habe viele versteckte Tränen gesehen.“ so Zennaro in ihrem Bildband „Reeperbahn“.

Die Reeperbahn im Schiffscontainer - Eindringliche Bilder einer verschwindenden Welt im Silber & Salz - Fotografien von Antonia Zennaro
– Plastikblumen welken nicht –
Als Nachkriegskinder litten sie Hunger, mit dem Wirtschaftsboom wurden viele reich. Das Geld gab es jeden Tag bar auf die Hand. Die meisten Kiezleute haben nie daran gedacht, einmal alt zu werden.

Die Porträts kombiniert Antonia Zennaro mit den Abbildungen der legendenumwobenen Plätze auf der Reeperbahn, die in unseren Erinnerungen und Vorstellungen immer noch ein Ort voller Geschichten und Mythen, voller wilder und romantischer Abenteuer ist. Doch auch hier haben extreme soziale und wirtschaftliche Veränderungen mit absolutem Konsum und hundertprozentiger Kommerzialisierung längst Einzug gehalten. Der Fotografin gelingt eine meisterhafte Dokumentation, ohne Klischees zu bedienen und ohne Voyeurismus.

Antonia Zennaro, geboren 1980 in Hamburg und aufgewachsen in Südtirol, Italien. Ausbildung am Instituto superiore die fotografia, Rom und Danish School of Journalism, Aarhus, Dänemark. Sie hat sich früh auf soziale Reportagen und Langzeitprojekte mit dokumentarischem Charakter konzentriert und lebt und arbeitet derzeit in Bogotá, Kolumbien.

Die Fotogalerie Silber & Salz befindet sich seit Anfang 2015 in einem ausrangierten Überseecontainer auf dem Holzmarktgelände direkt an der Holzmarktstraße.

Ort:             Silber & Salz
Holzmarktstraße 19 – 23 / An der Michaelbrücke, 10243 Berlin auf dem Eckwerk Campus

Laufzeit:      22. November 2015 – 5. März 2016

Öffnungszeiten:     Freitag und Samstag von 13:00 – 17:00 Uhrsowie nach telefonischer Vereinbarung +49 (0)171 – 699 87 92

Vernissage: Samstag 21. November 2015 ab 18:00 Uhr

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