Beate M. Köhler vom FRIEDA Frauenzentrum e.V.

„Ich biete einen individuellen Weg an.“

Beate M. Köhler im Gespräch im FRIEDA Frauenzentrum, Foto: Silvio Weiß
Eine angenehme Atmosphäre und freundliche Räume sind wichtig für eine Beratung, noch wichtiger aber ist persönliches Vertrauen. Beate M. Köhler im Gespräch mit einer Klientin. / Foto: Silvio Weiß /

Darüber sprechen

„Wer stalkt, ist kein glücklicher Mensch“, betont Beate Köhler. Dennoch ist Stalking keine Krankheit, sondern ein bewusst vorgenommenes Handeln. Oft ist es Stalkern gar nicht klar, dass sie mit ihrem Vorgehen Grenzen verletzen. Die meisten Stalker stellen ihr Handeln ein, wenn sie deutlich darauf aufmerksam gemacht werden, dass Stalken strafbares Unrecht ist. Das muss nicht immer gleich durch die Polizei geschehen, sondern kann von einem Freund oder einer anderen Person vorgenommen werden, vor der Stalker Respekt zollen. „Nicht selten fällt es Opfern schwer, damit zurecht zu kommen“, fügt die Sozialarbeiterin an. „Eigentlich hätte das Wort der oder des Gestalkten die gleiche Wirkung erzielen sollen.“ Es gibt aber auch Hartgesottene, bei denen Worte kaum noch etwas ausrichten.

Vertrauen ist sehr wichtig

Manche Frauen, die in die Beratung kommen, wollen aufgrund schlechter Erfahrungen nicht gern etwas mit der Polizei zu tun haben. Auch Frauen aus türkisch-arabischen Milieus sind in dieser Beziehung reserviert. „Was hier gesprochen wird, bleibt im Raum“, versichert Beate Köhler ihren Besucherinnen. Es ist wichtig, erst einmal anzuhören, worum es geht und Lösungswege zu finden. „Ich biete einen individuellen Weg an. Es gibt viele Möglichkeiten, Problemen zu begegnen.“

Individuelle Unterstützung für betroffene Frauen

Doch bestimmte Geschehnisse sollten der Polizei bekannt gegeben werden, auch um weitere potentielle Opfer zu schützen. Dabei ist es wichtig, den Frauen die Angst zu nehmen. Kooperationspartnerinnen begleiten Frauen zu Fachleuten bei der Polizei, die sich selbst auf das Thema Stalking spezialisiert haben. „Die Polizei stellt sich immer mehr auf das Thema ein und wird in ihrer Arbeit besser.“
Frauen, die Opfer von Straftaten wurden, beraten sie darüber, wie sich die Zusammenarbeit mit der Polizei gestaltet, dass Kreuzverhöre nicht zulässig sind und keine bedrohlichen und erniedrigenden Situationen im Gerichtssaal entstehen dürfen.
Zu FRIEDA kam Beate Köhler im Jahr 2000 durch ein Praktikum. Vier Jahre später stieg sie hier in die psycho-soziale Beratung ein.

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