Tristess aber Gemütlichkeit. Kohlenlieferung in der 1980er Jahren. Quelle: FHXB-Museum

Eine schlafende Diva

Baltenplatz (heute Bersarinplatz), Berlin-Friedrichshain Historische Postkarte von 1904
Verkehrsknoten Baltenplatz 1904 an der Ecke zur Thaerstraße. Links im Hintergrund noch keine Pfingskirche am Petersburger Platz
Historische Postkarte 1904

Der Bersarinplatz

Von und Steffen Maria Strietzel

Wohl kaum ein Platz ist mehr geeignet zu belegen, dass es ein altes Friedrichshain nie gegeben hat, liegt er doch auf einer wahrhaft historischen Grenze, die im Mittelalter bei der Besiedlung der Mark gezogen wurde. Diese folgte der Thaerstraße in ihrem heute verschwundenen Lauf bis zur Karl-Marx-Allee und bezeichnete die Linie zwischen der Berliner und Lichtenberger Feldmark. Hier endete Berlins Weichbild und begann der Niederbarnim. Friedrichshain ist etwas neuzeitlich dazwischen Geklemmtes. Ein altes Wegekreuz anstelle des heutigen Platzes wurde ab 1822 noch einmal vom sogenannten Communicationsweg durchschnitten, aus dem später die Danziger Straße wurde. Im Bebauungsplan von James Hobrecht erhielt dieser Platz 1866 die wenig charmante Bezeichnung „Platz N in der Abteilung XIII, Sektion 2“. Ursprünglich als rechteckige Anlage vorgesehen, beließ man es bei der unregelmäßig Bebauung, die im Laufe der Zeit entstanden war. 1895 erhielt der Ort den Namen Baltenplatz, sozusagen als Abschluss der seit 1893 sogenannten Rigaer Straße, die viele hundert Jahre ein Feldweg auf der Oberkante des Höhenzug Barnims war, der sich nördlich der Frankfurter Allee aufschwingt. Östlich des Platzes zwischen heutiger Rigaer Straße und Weidenweg befand sich eine Lehmgrube, dahinter eine Windmühle.

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