Blues-Messe 1981 in der Erlöserkirche/ Foto: BStU /

Die Blues-Messen – gefragte Jugendgottesdienste

Konspirativ aufgenommenes Fotos des MfS vom umgestürzten Zaun vor der Samariterkirche , Foto: BStU
In den Morgenstunden des 14. September 1980 konspirativ aufgenommenes Fotos des MfS vom umgestürzten Zaun vor der Samariterkirche. / Foto: BStU /

Kodierte Wahrheiten

Die Staatsorgane empfanden dies als Provokation. Rainer Eppelmann wurde ins Rathaus zitiert und mit der Feststellung konfrontiert, dass die Blues-Messe gar kein Gottesdienst sei, sondern eine genehmigungspflichtige Veranstaltung. Doch der Pfarrer zählte die wesentlichen Bestandteile des Gottesdienstes in der Blues-Messe auf und erklärte, dass nur Fachleute, also Pfarrer, darüber urteilen könnten, ob es sich um einen Gottesdienst gehandelt habe oder nicht. Diese Konfliktlinie konnte der Staat bis zum Herbst 1989 nicht mehr durchbrechen. Viele Menschen lernten es, Friedens-, Menschenrechts- und Umweltprobleme so zu kodieren, dass man sie offen aussprechen konnte, ohne den Straftatbestand der staatsfeindlichen Hetze zu erfüllen. Die Blues-Messen waren ein großes Lernfeld.

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