Detail (Brückenskulptur) um 1911 der mittlerweile verschwundenen Brommybrücke| Quelle: Bauzeitschrift

Flussteilung

Detail (Brückenskulptur) um 1911 der mittlerweile verschwundenen Brommybrücke| Quelle: Bauzeitschrift
Die reiche Ausstattung der Brommybrücke zeigt den damaligen Wohlstand der Stadt.
/ Quelle: Bauzeitschrift /

Die Brommybrücke.

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„Durch Berlin fließt immer noch die Spree“, heißt es. Als jedoch vor circa 20.000 Jahren das Eis der letzten Eiszeit abschmolz und die Wassermassen in unserer Gegend ein Urstromtal formten, war der Rummelsburger See ein Teil vom ursprünglichen Flussbett der Spree. Von heute aus gesehen, reichte der erste Hauptarm vom Bahnhof Ostkreuz bis zur Oberbaumbrücke. Die Spree wanderte weiter. Sie schlängelte sich vom 10. bis zum 12. Jahrhundert in ihre gegenwärtige Lage und hinterließ Faulschlamm. Sumpfgräser wuchsen, verfielen, ein Moor bildete sich. Bis 1880 wurde bei Rummelsburg Torf gestochen. Heute liegt Friedrichshain am nördlichen Spreeufer.

Brücken verbinden

Berlin war eine Stadt der Kopfbahnhöfe. Eine Verbindung, wie es heute die Ringbahn ist, fehlte. Friedrich Wilhelm der IV. befahl: eine Verbindungsbahn muss her, die, um Ärger mit Grundstücksbesitzern zu vermeiden, über öffentliches Straßenland führen muss. Im Dezember 1850 ging der Auftrag an den Start. Im Verlauf wurden die Gleise vom Potsdamer Platz kommend an der „Englischen Gasfabrik“ vorbei gelegt, dort, wo sich heute die Badeanstalt an der Skalitzer Straße befindet. Zum Lausitzer Platz führten die Gleise ab hier durch die Eisenbahnstraße zur Spree. Um den Schiffsverkehr wenig zu behindern, kam eine Drehbrücke zum Einsatz, die eine Verbindung zum Schlesischen Bahnhof herstellte. Kohlenzüge für das Gaswerk gingen über die Brücke. Sie verbreiteten rußigen Schmutz. Wegen des regen Straßenverkehrs sollten die Transporte vom November 1864 an nachts abgewickelt werden, zur Gefahrenvermeidung musste ständig die Lokomotivglocke läuten. 1871 gingen keine Transporte mehr über die Drehbrücke. Sie stand den Frachtschiffern im Weg und wurde abgerissen. 1909 war eine neue Brücke fertig. Ihr Name erinnert an Karl Rudolf Bromme. Zum Fregattenkommandeur erhoben, beaufsichtigte dieser 1849 den Bau von neun seetüchtigen Raddampfern, zwei Segelschiffen und 27 Ruderkanonenbooten. Sie kamen am 4. Juni 1849 im Krieg gegen Dänemark zum Einsatz.

Chic der späten Jahre

Alfred Messel, der Architekt von vielen öffentlichen wie auch Industriebauten, stand hinter dem Entwurf und dem Bau der neuen 18 Meter breiten und 95 Meter langen Brücke. Stampfbeton, Granit und fränkischer Muschelkalk waren das Baumaterial. Ignatius Taschner entwarf nicht nur das Tafelsilber für den Kronprinzen Wilhelm, sondern in enger Zusammenarbeit mit Messel Figuren, die auf den Eckpfeilern der Brücke standen und der Brücke ein typisches Bild ihrer Zeit gaben. Berlin war damals wohlhabend. Damals lebten in der Stadt mehr Millionäre als in New York.

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