Zauberei kann man nicht studieren – fast nicht

 Der junge Christopher Schleiff 1996 | Foto: Privat
Als Zauberlehrling im Alter von etwa zehn Jahren. / Foto: Privat /

Zurück zum Zaubern

„Bei den Theatern, an denen man spielt, gibt man etwas ab und lässt es dort, wenn das Engagement vorbei ist. Ich wollte aber etwas, das ich für mich mitnehmen kann. Ich wollte auch selbst bestimmen, wie ich was zeige, was ich vollständig selbst verantwortete.“ In Leipzig setzte er ein Angebot ins Internet und es folgten Engagements. So wie heute hat er aber auch schon in Leipzig neben dem Beruf als Zauberer sowohl den des Puppenspielers als auch den des Schauspielers ausgeübt. Schließlich ging es nach Berlin zurück, seine Freundin und Partnerin auf der Bühne zog es in ihren heimatlichen Südkiez des Friedrichshains. Hier leben und arbeiten sie jetzt und versuchen, angeblich Widersprüchliches zusammenzubringen und Rollenklischees aufzulösen. „Die ‚zersägte Jungfrau‘ zum Beispiel bedeutet nach der Archetypenlehre, dass der Mann die Frau töten und wieder lebendig machen kann. Solche Metaphern der Macht wollen wir nicht bedienen. Wir möchten zeitgenössisch auftreten, Illusion für ein aufgeklärtes Publikum machen.“ Das ist nur scheinbar ein Widerspruch. Beim Puppenspiel wird heute eine offene Spielweise praktiziert. Das heißt, man sieht die Puppenspieler mit den Puppen spielen. Man sieht, wie es gemacht wird und trotzdem fasziniert es – vielleicht sogar gerade deswegen. So soll es auch beim Zaubern sein. „Die Schönheit des Tricks wird zur Schau gestellt. So etwas durfte man früher nicht zeigen.“

Der Zauberer Christopher Schleiff | Foto: Giovanni Lo Curto
Kurz vor der Zerteilung / Foto: Giovanni Lo Curto /

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