Die Liebigstraße | Quelle: Wiki commons

Viel Chemie

Chemie- Labor Liebig | Quelle: Wikipedia
Das Chemie-Labor um 1840 State of the Art / Quelle: Wikipedia /
Rewatex | Quelle: Deutsche Digitale Bibliothek
Wäschewaschen bei Rewatex brachte Devisen / Quelle: Deutsche Digitale Bibliothek/

Waschchemie

Das Rewatex-Waschhaus in der Liebigstraße war 1960 hochmodern. Sieben ähnliche gab es in Friedrichshain. 80.000 Wäschestücke wurden hier jährlich gewaschen. Um eine Kapazitätssteigerung von 60 – 70 % zu erreichen, wurden die bisher genutzten Einkammermaschinen gegen Drei- und Vierkammermaschinen ausgetauscht und um die Arbeit des Waschmeisters im Haus der Liebigstraße zu vereinfachen, eine automatische Laugenzufuhr installiert. Von diesen Neuerungen profitierten vor allem jene Hausgemeinschaften, die im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks sehr viel unbezahlte Freizeitarbeit leisteten. Die 73 Jahre alte Klara Schubert erinnerte sich ungern an alte Zeiten. Sie war „Aufwartefrau“ hatte die Wäsche „gut situierter“ Haushalte zu waschen. 40 Kilo in 3 Kesseln, um 5 Uhr morgens, beim Petroleumlicht im Keller. Zum Trocknen mußten die schweren Körbe auf den Dachboden getragen werden. In kaum zwei Stunden schafften die neuen Maschinen die gleiche Wäschemenge. Was Klara Schubert nicht wußte: 1951 schloß Rewatex mit dem Frauengefängnis Barnimstraße einen Vertrag ab. Die Frauen der Barnimstraße hatten unter ähnlich brutalen Bedingungen wie Frau Schubert Wäsche zu waschen. Sie wurden kaum entlohnt, waren permanent von Strafmaßnahmen wegen geringfügiger „Vergehen“ bedroht. Vor allem brachte ihre Arbeit Devisen ein.

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