Eine Straße ohne Häuser – die Hahnstraße

Eine steile Karriere

Ernst-Hahn-strasse--friedrichshainer-zeitzeiger-02Benannt wurde die Hahnstraße nicht etwa nach dem schmackhaften Vogel mit farbigen Gefieder, der den Bewohnern ländlicher Regionen den anbrechenden Tag ankündigt, sondern nach dem Rummelsburger Kommunalpolitiker Ernst Hahn (1865-1940), seines Zeichens Dr. jur. Oberregierungsrat, von 1900-1912 auch Amts- und Gemeindevorsteher der Gemeinde Boxhagen. Dass er sich auch Oberbürgermeister nennen durfte, hängt mit seiner beachtlichen Karriere zusammen. Hahn wuchs als Sohn eines Theologieprofessors in Breslau auf, leistete als Abiturient ein Jahr Freiwilligendienst beim Militär und studierte in Heidelberg Jura und Verwaltung. Seine Ausbildung schloss er 1891 mit der Promotion ab. Zwei Jahre arbeitete er als Gerichtsassessor und Helfer bei einem Rechtsanwalt, dann wurde er zum Stadtrat von Dessau gewählt, eine Stadt, die seinerzeit den Titel „Herzoglich Anhaltinischen Haupt- und Residenz-Stadt“ führen durfte. In Vertretung des Bürgermeisters oblagen ihm die Verwaltung der Polizei und des Armenwesens – eine interessante Kombination. Im selben Jahr heiratete er Katharina Reulecke, die sich der Einfachheit halber Käthe nannte. Die beiden führten einen gut bürgerlichen Hausstand in der repräsentativen Leopoldstraße im Dessauer Stadtzentrum.

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