Eine Straße ohne Häuser – die Hahnstraße

Aus dem Familienalbum: Ernst Hahn. Bild: Museum Lichtenberg
Aus dem Familienalbum: Ernst Hahn. Bild: Museum Lichtenberg

Hahn als Oberbürgermeister

Der nächste Karrieresprung gelang Hahn 1896, als man ihn in den Landtag von Anhalt wählte. Wohl noch wichtiger war seine Wahl im selben Jahr zum Oberbürgermeister der Stadt Zerbst. Diesen Titel durfte Hahn lebenslänglich tragen. Dessau und Zerbst erscheinen uns heute als schmucklose Städte, die man nach einmaligem Besuch zu kennen glaubt. Doch bis zu ihrer Zerstörung im Frühjahr 1945 waren sie bedeutende und blühende Residenzstädte mit wunderbarer alter Architektur, Orte reichen Handels und der Kunst. Zerbst nannte man das anhaltinische Rothenburg.
Zum 1. April 1901 wurde Hahn Orts- und Gemeindevorsteher der Gemeinde Boxhagen-Rummelsburg. Diese Doppelgemeinde war bis 1908 eigenständig und wurde danach in die frisch gegründete Stadt Lichtenberg eingemeindet. Erst 1938 kam der westliche Teil der Gemeinde diesseits der Ringbahn, also Boxhagen, zum Bezirk Friedrichshain, der allerdings bis 1945 nach dem Nazi-Führer Wessel benannt war. Warum Hahn den Schritt wagte, nach Berlin zu gehen, ob er auf die große Karriere hoffte oder der anhaltinischen Gemütlichkeit zu entrinnen suchte, wird erst das Studium seines Nachlasses ergeben.
Es gibt sie nämlich immer noch, die unerwarteten Sternstunden der Geschichtswissenschaften, in denen Funde und Nachlässe Museen übergeben werden, wo sie einem größeren Kreis von Forschern und Interessenten zugänglich gemacht werden können.

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