Eine Straße ohne Häuser – die Hahnstraße

Ernst Hahn im zarten Kindheitsalter. Unbekannter Maler.  / Bild: Museum Lichtenberg
Ernst Hahn im zarten Kindheitsalter. Unbekannter Maler.
/ Bild: Museum Lichtenberg

Das Geschenk eines Nachkommen

Genau dies trug sich erst vor einigen Wochen im Falle Ernst Hahns im Bezirksmuseum Lichtenberg zu. Zahlreiche Gegenstände, von der Burschenschaftsmütze des ehemaligen Studenten, über Schreibutensilien, Urkunden aus dem Leben Hahns, Fotografien und Reisetagebücher, ein handgeschriebenes Kochbuch und dergleichen harren ebenso der Entdeckung wie Urkunden über höchstlöbliche Auszeichnungen, wie mit dem Titel Oberregierungsrat und der Rote Adlerorden Vierter Klasse. Aber auch Einladungen zu Kaiser, Reichskanzler und geistlichen Würdenträgern finden sich unter den Schriftstücken.

Boxhagen wird zurückgelassen

Das Amt als Ortsvorsteher behielt Hahn bis 1912, dann wurde er zu einer anderen Tätigkeit nach Wilmersdorf abgerufen. Interessant ist, dass auf dem Titel einer Jux-Zeitung, die anlässlich seiner Verabschiedung gedruckt wurde, eine Straßenbahn zu sehen ist, die zur Hahnstraße fährt. Wusste man damals schon, dass es eine solche geben würde oder gab es sie tatsächlich schon? Seriöser ist das Abschiedsheft, in dem die Strophen der Lieder veröffentlicht wurden, die beim Festakt erklangen. Abgedruckt ist auch, was bei solchen Anlässen eigentlich das Wichtigste ist, nämlich die Speisekarte. Exklusiv können wir hier die Liste der Gerichte publizieren, die beim Festakt am 27. April 1912 im längst verschwundenen Festsaal Türrschmidtstraße vergnüglich verspeist wurden: Ochsenschwanzsuppe, Rheinlachs mit Butter, Gespicktes Rinderfilet, Junger Kapaun, Eingemachte Früchte, Salat, Pückler-Eis und Käse in Schüsseln. Solide Hausmannskost.

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