Hugenottenfamilien auf der Flucht | Quelle: Der Hugenotte. Zeitschrift 1922.

Seide und Blumenkohl

Essbare Innovationen

Friedrich Wilhelms Initiative zielte nicht nur auf den allgemeinen Bevölkerungszuwachs ab. Frankreich war die führende Kulturnation Europas und die wirtschaftlichen Innovationen, welche die neuen Untertanen mitbrachten, waren wichtig für die Region. So bestand die Ernährung der Berliner hauptsächlich aus Brot, viel Schweinefleisch und Bier. Der Tag begann mit Bier und mit Bier endete der Tag. Gemüsenahrung war so gut wie unbekannt. Auch der Milchverbrauch war gering. Bei den als „Bohnenessern“ verspotteten Franzosen, wie dem Kunstgärtner Ritter in der Blumenstraße 40, der für die Frühbestellung seiner Felder Mistbeete anlegte, kamen dagegen grüne Erbsen und Bohnen auf den Tisch. Die Gärtnerfamilie Bouché, einer der Nachbarn der Familie Ritter, erntete Spargel und Blumenkohl im Treibhaus. Zudem stellten die Gebrüder Bouché Herbarien für die Universität zusammen. 1832 nannte Adalbert von Chamisso nach der Familie Bouché eine Pflanzenart „Bouchea“.

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