Entwurf für das Bühnenbild zum Stück Wilhelm Tell | Quelle: Programmheft

Hinterhof und Bühne

Entwurf für das Bühnenbild zum Stück Wilhelm Tell | Quelle: Programmheft
Bühnenbildentwurf „Wilhelm Tell“ / Quelle: Programmheft /

Abschied

Jessner brachte 44 Inszenierungen am Berliner staatlichen Schauspielhaus auf den Weg. Als Jude und Sozialdemokrat wurde er von vielen Seiten und selbst aus der eigenen Partei angegriffen. 1930 verlor er deshalb seine Intendanz. 1933 verließ Jessner die Heimat seiner Kultur und Sprache. Mehr als 150 Theaterstücke hatte er von 1904 bis zur Emigration realisiert. Zunächst führte ihn sein Weg nach Belgien, dann in die Niederlande und nach Österreich. 1934 ging er nach England und 1935 zum „Habima-Theater“ in Tel Aviv, 1937 in die USA. In Los Angeles begann Jessner als Filmlektor zu arbeiten. Erfahrungen hatte er 1921 als Co-Regisseur des Films „Hintertreppe“, der ganz im Stil seiner Theaterstücke umgesetzt worden ist, gesammelt und 1923 verfilmte er nach Frank Wedekind das Stück „Erdgeist“. 1943 führte er die Regie zur Uraufführung des Schauspiels „Die Marsellaise“, einer Auseinaandersetzung mit dem Faschismus und seinen Exponenten im besetzten Frankreich. Faschisten wurden entweder als Okkupanten oder Gestapo-Handlanger dargestellt und nicht mit „Deutsch“ gleichgesetzt. Am 13. Dezember 1945 starb Leopold Jessner in Hollywood. Die „Jessnersche Treppe“, eine Stufenbühne, die zur „Wilhelm Tell“-Aufführung von 1919 in den Einsatz kam, ist bis heute ein Vorbild für streng gegliederte wie zeitlose Bühnenbilder.

Bühnenstück „Wilhelm Tell“ | Quelle: Programmheft
Szene aus „Wilhelm Tell“
/ Quelle: Programmheft /

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