Leninplatz in Berlin | Foto: Robert Roeske, Bundesrachiv Bild 183-1988-1104-024, Wiki Commons

Leerstellen und Auffüllungen

Leninplatz in Berlin | Foto: Robert Roeske, Bundesrachiv Bild 183-1988-1104-024, Wiki Commons
Als wäre er der Mittelpunkt der DDR-Hauptstadt (wenn schon nicht der Welt). Der Leninplatz 1988 / Foto: Robert Roeske, Bundesrachiv Bild 183-1988-1104-024, Wiki Commons /

Von Denkmälern die verschwunden und wieder aufgetaucht sind.

von Hajo Toppius.

Berlin ist eine Stadt der Löcher und Leerstellen, sie hat etwas Collagenhaftes in der vieles zusammengesetzt, übereinander gebaut, ausradiert und neu gemacht ist. Mindestens seit der Reichsgründung 1871 kam jede folgende Epoche mit einem noch größeren Stempel an, um ihn der Stadt aufzudrücken, und die darauf folgende Epoche wollte die alten Stempel hier und da gern wieder entfernen. Dadurch entstanden zum Teil eigentümliche Orte mit sonderbaren Geschichten, vor allem im Hinblick auf Denkmäler und – nicht mehr vorhandene Denkmäler. Eigentlich ist Friedrichshain eine Denkmalwüste. Wenn, dann gibt es hier Denkmäler von nichtberühmten Menschen: Mütter und Kinder und Bären, wie zum Beispiel an der Kreuzung Grünberger, Ecke Warschauer Straße. Von den Helden gibt es nur noch wenige oder nur augenzwinkernd inszenierte Reste, wie die Gedenksteine von Franz Stenzer und Karl Liebknecht auf dem RAW-Gelände. Die meisten personenbezogenen und staatstragenden politischen Denkmäler sind aber verschwunden und hinterließen Leerstellen.

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