Brunnen Schwebender Ring auf dem Strausberger Platz im Jahre 1969 | Quelle: Bundesarchiv Bild 183-H1002-0001-001

Schwereloses Kupfer

Skizze für den Schwebenden Ring von Walter Arnold| Quelle: Skizzenblatt auf Bauzeichnung
Gedankenskizze zum Brunnen auf dem Strausberger Platz von Walter Arnold am 20. Mai 1955. / Quelle: Skizzenblatt auf Bauzeichnung /

Erster Versuch

Fahnenmasten zierten die Mitte des Platzes, als zum 1. Mai 1954 der „Bestarbeiter“ Herbert Lehmann mit seiner Brigade vom VEB Tiefbau die Verpflichtung übernahm, den Strausberger Platz mit frischem Rasen zu bepflanzen. Er warf die Frage auf, wie ein ins Gespräch gebrachter Brunnen auf dem Strausberger Platz aussehen würde. Der Rat des Stadtbezirks Friedrichshain hatte Walter Arnold, Professor für bildende Kunst in Leipzig, mit einem Entwurf betraut, den er 1954 abschloss. Von der obersten Schale des Brunnens sollte ein Wasservorhang ausgehen, der den Hintergrund für eine Gruppe von Friedenstauben im Vordergrund ergeben sollte. Für die Tauben- und Brunnenaufsätze war getriebenes Kupfer mit Teilvergoldung vorgesehen, und „Figurengruppen jugendlicher Menschen beim Spiel, Sport und Tanz“ sollten den Rand des Brunnens säumen. Da die Figurengruppe nicht zeitnah erstellt werden konnte, schlug Arnold die Alternativ vor, Blumenkübel auf die noch leeren Postamente zu stellen. Arnold brachte seinen Entwurf am 12. Februar 1955 nach Berlin. Der Bildhauer Fritz Cremer fertigte ein Modell an, das am 20. Mai 1955 Henselmann vorgestellt wurde, der es in den Tiefen des Planungsbüros verschwinden ließ.

Zwischenphase und Vollendung

Der Strausberger Platz lag in dieser Zeit abends im Dunkeln, die Platzbeleuchtung war schwach und eine bessere lange nicht in Sicht. Als Fahnenstandort war die Platzmitte Kulisse für Fotos, Aufmärsche oder Veranstaltungen. 1966 ging der Ausbau der Osttangente schnell voran. Wieder sahen die Planer für das grüne Rondell vom Strausberger Platz eine Kunstbrunnenanlage vor. Ein Kristall war für Fritz Kühn der ausschlaggebende Impuls. „Das Unterschiedliche im gleichen Thema lockt, rundherum zu gehen, um alles sehen zu können. Natur, Architektur und bildende Kunst sollen sich harmonisch vereinen. Ein Kristall gibt dem Menschen die Möglichkeit zu immer neuen Sichten.“ Für die in sich geschlossene, ruhende Brunnenplastik als Gegenpol zu den hochaufragenden Häusern wählte er Kupfer als warmleuchtendes, in vielen Farben spiegelndes Metall aus, das vom sprühenden Wasser und den sich darin brechenden Lichtstrahlen belebt werden würde. Ein zwei Meter hoher ornamentaler, von einer Stahlkonstruktion getragener Ring war für ihn die Ausgangssituation zur Gestaltung des „Gelenks“ zwischen der äußeren und inneren Karl-Marx-Allee und der Osttangente. Fritz Kühn wies vor dem Baubeginn darauf hin, nur für den Entwurf des Brunnens zuständig zu sein. Die Bauausführung lag beim VEB Berlin-Projekt.

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