Ehemaliges Sport- und Erholungszentrum in der Landsberger Allee | Postkarte um 1985

Ortsteil auf dem Trockenen

Volksschwimmhalle in der Weinstraße | Berliner Zeitung vom 10. Januar 1973.
Schlagzeile in der Berliner Zeitung vom 10. Januar 1973. Heute befindet sich an dieser Stelle an der Weinstraße ein Parkplatz.

Keine Schwimmhalle im ehemaligen Standort
des Schwimmsports Friedrichshain.

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Schwimmen ist gesund, macht Spaß. Und wer längere Strecken vorzieht, der weiß: Das lang anhaltende, gleichmäßige Bewegen und Atmen hat etwas von Meditation. Nun neigt sich die Badezeit im Freien temperaturbedingt ihrem Ende entgegen; es beginnt die Suche nach Möglichkeiten des Schwimmens in einer nahe gelegenen Halle.

Verschwundene Vorgänger in Friedrichshain

Wenn man es genau nimmt, dann lag das älteste Freibad Berlins, eine schwimmende hölzerne Konstruktion, in Friedrichshain. Die 1817 eingerichtete Pfuelsche Schwimmanstalt in der Nähe der Oberbaumbrücke war zwar von Kreuzberg aus zu begehen, der Fluss gehörte wie heute aber zu Friedrichshain. 1931 wurde das Bad geschlossen. Am Ende des Zweiten Weltkriegs schloss auch das zweite Friedrichshainer Schwimmbad, das Volksbad Berlin, an der Schillingbrücke wegen Bombenschäden. Es war 1855 errichtet und 1875 ausgebaut worden. Nach dem Krieg wurde es nicht mehr aufgebaut. 1951 aus Anlass der III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten wurde in Friedrichshain das Friesenstadion errichtet. Es war ein Wettkampf- und Trainigsbad mit Sprungturm und 50-Meter-Schwimmbecken. Flankiert wurde es mit Tribünen für 8.000 Zuschauer. Hier wurden Spitzensport getrieben und Rekorde geschwommen – vor und während der unrühmlichen Doping-Epoche des DDR-Sports. Aber es gab auch ein Freibad für die Anwohner, das sehr bliebt war. 1963 erhielt das Stadion eine transportable Überdachung, die nicht genug belüftet war. Dies führte zu Bauschäden. Der andere Grund für Bauschäden lag in der hastigen Errichtung aus recyceltem Baumaterial in nur 156 Tagen durch freiwillige Aufbauhelfer. In der Nachkriegszeit wurde oft so gebaut. 1990 wurde dann ein kostenaufwändiger Sanierungsbedarf festgestellt. In den folgenden Jahren zeigte der Berliner Senat kein Interesse an der Sanierung, es mussten unbedingt teure Olympiaprojekte verfolgt werden. Dabei entstand die Max-Schmeling-Halle in etwa 10-Minuten-Fußwegnähe. Aber die ersetzte natürlich nicht das Friesenstadion, das 1998 abgerissen wurde.

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