Vanessa Rémy, Leiterin des Literatur­salons Karl-Marx-Buchhandlung, Foto: Giovanni Lo Curto

„So was hat Friedrichshain noch nicht!“

Qualität ist ihr wichtig: Vanessa Rémy,Foto: Giovanni Lo Curto
Ob Sachbuch oder schöne Literatur: Was Vanessa Rémy in ihrem Salon präsentiert, hat Qualität. Das ist ihr wichtig. / Foto: Giovanni Lo Curto /

Vanessa Rémy, Leiterin des Literatur­salons Karl-Marx-Buchhandlung in der Karl-Marx Allee.

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Anfang März 2015 eröffnete eine neue Kultureinrichtung in der Friedrichshainer Magistrale, deren Metier auf eine lange Tradition zurück blickt, und zwar bis ins Jahr 1620. Weil Madame Marquise de Rambouillet seinerzeit den Pariser Königshof aus gesundheitlichen Gründen nicht regelmäßig besuchen konnte, richtete sie ihren kleinen Privathof ein und lud – selbst hochgebildet und kulturaffin – Künstler, Politiker und andere Geistesgrößen ins eigene Haus zum abendlichen Stelldichein.
„Der Anfang der Salonkultur!“, so heißt es. Andere weisen noch viel weiter zurück in die Geschichte auf die Kultur der Troubadoure und Minnesänger an hochmittelalterlichen Höfen, wo sich Frauen einen eigenen soziokulturellen Raum in der Männerwelt erkämpften. Und wer von den alten Friedrichshainern erinnert sich nicht an die offenen Hauskreise oder Treffen in Kirchengemeinden, in denen zu DDR-Zeiten am Rande der Legalität zu einem gemütlichen Stelldichein mit ungezwungenen, freien Gesprächen über Literatur und Kunst eingeladen wurde?

Mit Engagement und Glück

Den Eindruck, dass eine Jahrhunderte alte Erbschaft auf ihr laste, vermittelt Vanessa Rémy nicht einmal ansatzweise. Lebhaft tritt die mittelgroße Frau mit Lockenmähne auf, manchmal nahezu wild gestikulierend, dann aufmerksam zuhörend, schnell und präzise antwortend. An Leidenschaft fehlt es nicht. Die ist auch dringend erforderlich für so eine Kultureinrichtung, wie Vanessa eine leitet.
Wie bei anderen außergewöhnlichen Einrichtungen trägt auch beim Literatursalon Karl-Marx-Buchhandlung das Engagement ganz verschiedener Leute mit zum Erfolg bei. Hier waren es vor allem zwei Personen oder besser gesagt: zwei Glücksfälle. Vanessa ist Organisatorin, Leiterin, und damit das Gesicht des Salons.

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