Vanessa Rémy, Leiterin des Literatur­salons Karl-Marx-Buchhandlung, Foto: Giovanni Lo Curto

„So was hat Friedrichshain noch nicht!“

Einträge ins Gästebuch / Foto: Giovanni Lo Curto /
Die Einträge ins Gästebuch zeigen, dass Vanessa Rémy bei ihren Besuchern einen Nerv getroffen hat. / Foto: Giovanni Lo Curto /

Eine Rose für Putin und Bilder für die Pressefreiheit

Premiere war am 4. März 2015, eine von Knut Elstermann von radioeins rbb moderierte Buchvorstellung von Thomas Wendrichs Roman: „Eine Rose für Putin“. Mit 120 Gästen war der Salon ausverkauft. Ein Auftakterfolg, der ermutigte. Auch als die Reporter ohne Grenzen ihren jährlichen Bildband „Fotos für die Pressefreiheit“ vorstellten, war der Salon vollbesetzt und die Herausgeber sagten nach dem Ende der Veranstaltung spontan zu, die nächste Buchpremiere erneut im Salon vorzunehmen. „Im Schnitt kommen 40 Besucher je Veranstaltung“, so Vanessa.

„Ich will den Leuten etwas zumuten.“

Angeboten werden aber nicht nur „reine“ Literaturveranstaltungen. Gemeinsam mit den Nordischen Botschaften und der Buchhandlung Pankebuch veranstaltete sie 2015 ein Midsommar Fest für Kinder, organisierte einen Weihnachtsmarkt, führte eine Veranstaltung mit Flüchtlingskindern durch. „Sachbuch hat den gleichen Stellenwert wie die schöne Literatur“, kommentiert Vanessa Rémy, als sie auf ein weiteres Format ihrer Veranstaltungen zu sprechen kommt. Im Oktober letzten Jahres stellte sie gemeinsam mit der US-Botschaft den opulenten Bildband „Art + Fashion“ von Elizabeth P. Cutler vor und im Dezember den Band „The Graphic Canon – Weltliteratur als Graphic Novel“. Studierende der Hochschule der populären Künste Berlin zeichneten während der Veranstaltung Figuren, die auf eine Leinwand geworfen wurden und im Schaufenster auch außerhalb der Buchhandlung gesehen werden konnten. Wichtig ist dabei immer, Partner zu finden. Allein lässt es sich nicht stemmen. In der Reihe „Literatur auf Celluloid“, die vom Senat bezuschusst wird, stellt sie Filme und Filmemacher vor, wie Barbara und Winfried Junge, deren Namen mit der Langzeitdokumentation: „Die Kinder von Golzow“ verbunden sind. Der Bildband zur Buchdokumentation erschien 2015.
„Ich will attraktiv bleiben und den Leuten etwas zumuten können“, sagt Vanessa bestimmt. Ungern würde sie Leuten mit alten Geschichten ein Podium bieten, die sich darüber beklagen, dass es nicht mehr so schön wie früher sei.

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