Der Andreasplatz als Postkartenmotiv 1899 Bildquelle: FHXB-Museum /

Denk-mal am Andreasplatz

Eine Familie? Vater und Sohn sowie Mutter und Kind rahmten seit Mitte der 1890er Jahre die Bank am Andreasplatz. Inzwischen leben die Kunstwerke getrennt: Mutter und Tochter sind in den Volkspark Friedrichshain gezogen. / Bild: FHXB-Museum /
Eine Familie? Vater und Sohn sowie Mutter und Kind rahmten seit Mitte der 1890er Jahre die Bank am Andreasplatz. Inzwischen leben die Kunstwerke getrennt: Mutter und Tochter sind in den Volkspark Friedrichshain gezogen.

Ein Arbeiterdenkmal?

Der Höhepunkt der gartenarchitektonischen Gestaltung am Ort wurde jedoch Mitte der 1890er erreicht, als Edmund Gomansky mit „Mutter und Kind“ die Statue einer  Frauengestalt mit einem schlafendem Kind auf dem Schoß schuf. Wilhelm Haverkamp ergänzte mit seinem Entwurf „Arbeiter und Sohn“ das Ensemble. Hier wird ein Schmied mit seinem Sohn dargestellt, der Sohn greift nach dem Hammer, um die Nachfolge des Vaters anzudeuten. Ein idyllisches Wunschbild im krassen Gegensatz zur sozialen Wirklichkeit in der Industriemetropole Berlin. Für die Zeitgenossen versinnbildlichten die Bildwerke „eine Schönheit, die aus Kraft und Arbeitsfleiß emporblüht“, eine Huldigung an jene, denen der Ständestaat seinen Aufstieg zur Industrienation verdankte. Das „Arbeiterdenkmal“ wurde jedoch auch zur Metapher für „faule Arbeiter“.

Ein Ort zum Verweilen

Preußens Schönheit kam auch in einer mächtigen Sitzbank des Bildhauers Reinhold Felderhoff zum Ausdruck. Sie stand zwischen den Denkmalen und war aus rotem schwedischem Granit geschnitten. In die Lehne der Bank wurde in allegorischer Anspielung auf den preußischen Staat das bronzene Reliefmedaillon der Borussia eingefügt. Zusätzlich finanzierten die Stadtväter einen prächtigen Springbrunnen. Der Andreasplatz war ein beliebtes Postkartenmotiv, das bis heute ein romantisches Bild aus der Kaiserzeit vermittelt. Im zweiten Weltkrieg wurden Springbrunnen und Sitzbank zerstört.

Bildquelle: FHXB-Museum

 

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