Beate Klemm vor ihrem Buchhandel „Lesen und lesen lassen“ in der Wühlischstraße, Berlin

Die Buchhändlerin Beate Klemm

Schon vor Jahren froh: Beate Klemm vor ihrem Geschäft 1999
Schon vor Jahren froh: Beate Klemm vor ihrem Geschäft 1999 / Foto: privat /

Ein Familien-Buchladen

„Aber wir wollten dann doch in Berlin was machen. Mein Mann und ich hatten Anfang der 1990er Jahre hier um die Ecke in der Simon-Dach-Straße in einer Hinterhauswohnung gelebt und wir spürten, dass Friedrichshain Potenzial besitzt.“
Mitte der 1990er Jahre wurden in der Wühlischstraße die ersten Häuser saniert. In die Erdgeschosse zog wieder Gewerbe ein, das in der DDR zugunsten von Wohnungen verdrängt worden war. Bald stand für das junge Paar fest, welcher Laden es werden würde. Beate Klemm versteht es, ihrer Erzählung Spannung zu verleihen: „Gerade, als die heiße Phase zur Eröffnung des Geschäfts in der Wühlischstraße lief, stellte sich Nachwuchs bei uns ein. Im Juli 1996 bekamen wir unseren Sohn und im Oktober eröffneten wir das Geschäft!“ Und dann lacht sie fröhlich auf, als wäre es ein pfiffiger Coup gewesen.
„Mein Mann war noch im Studium. Aber irgendwie schafften wir es. Die Kombination aus Beruf und Leben muss stimmen. Es war nicht immer leicht. Zuhause gab es erst nach 20 Uhr gemeinsames Abendbrot.“ Nach einem Jahr, als der Laden aus dem Gröbsten raus war, kündigte sich der nächste Nachwuchs an. „Und der Buchladen ist unser drittes Kind, wenn man so will“, lacht Beate Klemm. „Wenn mich unser großer Sohn, auf den ich sehr stolz bin, foppen will, dann nennt er ihn ‚mein böser Zwilling!‘ Dabei macht es ihn stolz, dass wir den Laden als Familie gestemmt haben.“

Buchhändlerin Beate Klemm mit Familie / Foto: Giovanni Lo Curto /
/ Foto: Giovanni Lo Curto /

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