Wehrhaft am Ostbahnhof

Ein mutiger Herr Jordan

Zehn Jahre lebte Prof. Dr. Karl Friedrich Jordan in der Madai­straße 3. Er schrieb Lehrbücher, viele Theaterstücke und als „Max Katte“ oder „Dr. phil. Arduin“ veröffentlichte Jordan Artikel im „Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen“, einer Zeitschrift des Sexualwissenschaftlers Magnus Hirschfeld.
Über seinen im Jahr 1900 veröffentlichten Aufsatz „Aus dem Leben eines Homosexuellen“ wagte er den Schritt in die Öffentlichkeit. Er bekannte offen, „sich nie zu Frauen hingezogen gefühlt zu haben“. Mit 14 sammelte er erste Erfahrungen. „Eine unerwiderte Liebe“, sagte Jordan später, weil „er anderer Natur war als ich“. Er gestand, von zwei Männern wegen seiner Neigung erpresst worden zu sein. Der 1862 geborene Jordan war im „Aktions­ausschuss zur Abschaffung des § 175“, ein Vorkämpfer für die Rechte gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in Wilhelminischen und Weimarer Zeiten.

Was sagst Du dazu?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.