Porträt: Instrumentenbauer Alexander Markusch | Foto: Giovanni Lo Curto

„Man muss es fühlen“

Zu Besuch bei dem Instrumentenbauer Alexander Markusch | Foto: Giovanni Lo Curto
Foto: Giovanni Lo Curto

Der Instrumentenbauer Alexander Markusch.

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Als Instrumentenbauer muss man von drei Dingen etwas verstehen: von Musik, vom Handwerk und vom Kaufmännischen. „Da ist was dran“, stimmt mir Alexander Markusch zu, schränkt dann aber lachend ein: „Beim Kaufmännischen bin ich bei mir nicht so sicher.“ Wie das gemeint ist, erfahre ich im Verlauf unseres Gesprächs. Ich besuche Alexander in seiner Werkstatt in der Bänschstraße 50. Mir öffnet ein großer, schlanker, sehr lebendiger Mann, „bestes Alter“, wie man so sagt, jemand, der einem beim Sprechen in die Augen sieht und schnell, aber überlegt antwortet. In der Nähe des Alexanderplatzes aufgewachsen, hat er einen sehr wichtigen Teil seines Lebens außerhalb Berlins zugebracht.

Musik als Beruf

„Ich wolle etwas mit Musik machen, aber kein reiner Musiker werden oder nur als Lehrer arbeiten“, erklärt er, als ich nach seinem Berufsweg frage. „Zuerst dachte ich an den Beruf des Tonmeisters. Aber da gab es nur alle drei oder vier Jahre einen Ausbildungsplatz, an den man nur mit Vitamin B, mit Beziehungen heran kam. So bin ich an die Weimarer Musikhochschule ‚Franz Liszt‘ gekommen und habe Musikerziehung studiert. Dazu gehörte auch eine klassische Klavier- und Gitarrenausbildung. Ich spielte in Studentenbands. Schon damals hieß es: ‚Alex, kannste mal hier was schrauben?’“ Der Weg der weiteren Berufsentwicklung verlief ungewöhnlich. „Immer wieder bin ich von Weimar ausgebüchst ins Voigtland nach Klingenthal, Markneukirchen und Adorf, wo die Familienbetriebe der Instrumentenbauer seit vielen Generationen leben. Da habe ich mich in die Musima, einen Instrumentenbetrieb in der DDR, eingeschlichen, indem ich den Pförtner mit Kaffee und Schnaps bestochen habe.“ Zunächst ging es nur um die Beschaffung von Ersatzteilen, die es in den Geschäften nicht zu kaufen gab, bald auch um Tipps und Tricks für Reparaturen. Es war nicht einfach, in diese landschaftlich abgeschieden lebenden und beruflich geschlossene Familienkreise einzudringen. „Im guten Sinne, wenn es um gegenseitige Unterstützung und Rat ging, aber auch im schlechten Sinne war das eine Vetternwirtschaft.“ Als Berliner war er zunächst vollkommen draußen. Trotzdem gelang es ihm, das Vertrauen zu einem Gitarrenbauer zu gewinnen, ja sogar eine Ausbildung anzufangen. „Das war gar nicht erlaubt. Er durfte das nicht und ich war noch Student in Weimar.“ Entsprechend entwickelten sich die theoretischen Studienergebnisse bei Alexander.

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