Sebastian Maetzel | Foto: Giovanni Lo Curto

Wer nicht fragt, bekommt nichts

Sebastian Maetzel vom Callcenter dialog4good in der Boxhagener Straße, Berlin | Foto: Giovanni Lo Curto
Ein gutes Betriebsklima ist das A und O einer offenen und entspannten Gesprächsführung.

Ein Studienberuf

„Diese Vereine können aus unterschiedlichen Gründen selbst kein Telefonfundraising betreiben und geben diese Arbeit an uns weiter. Wir rufen Leute an, die bereits gespendet oder ihre Bereitschaft dazu geäußert haben und versuchen Sie davon zu überzeugen, erneut gemeinnützige Vereine zu unterstützen.“
Es werden immer Menschen angesprochen, die sich bereits mit der Frage „Spenden oder nicht spenden?“ auseinandergesetzt und die eine positive Einstellung dazu haben. „Kaltakquise betreiben wir nicht“, unterstreicht Sebastian Maetzel.
Fundraiser ist die übliche Bezeichnung für diesen Beruf. Wie wird man das? Sebastian Maetzel hat Sozialpädagogik in Köln studiert und wurde danach beruflich in der Jugendarbeit aktiv. Er besorgte Ausbildungsplätze und Praktika für arbeitslose Jugendliche. „Die Projektträger mussten sich jedes Jahr neu bewerben, weshalb die Arbeitsverträge immer nur von Jahr zu Jahr befristet waren.“ Als er dann einmal seinen Bruder in Amerika besuchte, sagte der zu ihm: „Warum versuchst du es nicht einmal mit einer soliden Finanzierung, so wie man das hier macht: mit Fundraising?“ Darauf besuchte Sebastian Maetzel ein berufsbegleitendes Studium an der Fundraisingakademie in Frankfurt am Main. Dort lernte er Grundlegendes über Spendenkommunikation, etwa wie man Spendenbriefe verfasst. „Ich merkte, wie klein die Szene in Deutschland ist. Bei einem Arbeitsbesuch in Amerika erlebte ich, dass die Spendenbereitschaft dort um ein Vielfaches höher ist.“ Dabei ist es eine wichtige Arbeit. „Jeder kennt die Einsätze von großen Hilfsorganisationen. Wenn es irgendwo in der Welt eine Katastrophe gibt, dann stehen fertig eingerichtete Krankenstationen mit Medikamenten zum Einsatz bereit und werden in Flugzeuge verfrachtet. Dafür müssen Mittel bereitstehen. Organisationen, die nicht fragen, können einpacken.“

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