Silvia Bursche, Leiterin der Kochschule Berlin in der Karl-Marx-Allee | Foto: Kochschule Berlin

„Unsere Köche müssen auch Entertainer sein.”

Innenräume der Kochschule Berlin in der Karl-Marx-Allee | Foto: Kochschule Berlin
Die einladend hergerichteten Räume … / Foto: Kochschule Berlin /

Mit dem Blick einer Kundin

Die Idee, eine Kochschule zu gründen, kam ihr, als sie selbst einmal Kundin in einer solchen Einrichtung war. „Das fand ich interessant, doch hatten sie manches dabei, von dem ich dachte, dass ich es besser machen könne. Papierservietten zum Beispiel.“ Als sie ihr erstes Lokal in Biesdorf eröffnete, hieß es von manchen Kollegen: „Das schaffst Du nie!“ und „Da draußen, in der Wildnis! Wer kommt denn da hin?“
Doch wie sich zeigte, kamen die Leute, und sie kommen immer noch. „Das ist es ein guter Ort. Dort ist eine U-Bahn-Station, es gibt Parkmöglichkeiten und wir haben dort auch Platz für viele Leute.“

Leckere Sushi werden auch in der Kochschule Berlin in der Karl-Marx-Allee zubereitet | Foto: Kochschule Berlin
… werden erst durch die Kunden belebt. Hier bei der Sushi-Herstellung.
/ Foto: Kochschule Berlin /

Nicht nur Kochen, auch Unterhaltung

„Draußen Grillen geht in Biesdorf auch“, ergänzt Frau Bursche. Anders als in der Karl-Marx-Allee. „Wir grillen rund ums Jahr, selbst bei minus 15 Grad. Und wir haben für jeden Geschmack was dabei.“ Damit kommen wir auf das Thema der unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten. „Es gibt Geschäftsleute, die laden zu einem Fleischgrillen ein, ohne zu fragen, ob das alle so mögen. Da müssen wir dann aufpassen, dass die Veganer und Vegetarier unter den Teilnehmern auch etwas vom Abend haben.“ Es ist wichtig, dass alle auf ihre Kosten kommen. Man kann auch Gemüse und Tofu wunderbar grillen.
Vor dem Besuch wird mit den Kunden, die einen Kochkurs buchen wollen, das Menü abgestimmt. Dabei bekommen sie Vorschläge und werden entsprechend beraten. Aber man kann sich auch ein Gericht wünschen: Grill, Sushi, Pasta, Marokkanisch – alles ist möglich. Meist sind es fünf Gänge, die vorbereitet werden. „Die Leute kommen oft hungrig von der Arbeit. Für sie gibt es zuerst einen Prosecco. Gegen den größten Hunger haben wir immer frisches, hausgemachtes, warmes Brot mit einer besonderen Butter parat. Nicht, dass sie ihr gerade geschnippeltes Gemüse gleich aufnaschen, statt es weiter zuzubereiten.“
Sieben Köchinnen und Köche hat die Schule. „Gut kochen können ist das eine“, erklärt die Geschäftsleiterin. „Mit Gästen kochen ist aber etwas ganz anderes. Sterne-Köche leben immer ein bisschen in ihrer eigenen Welt. Unsere Köche müssen auch Entertainer sein. Sie müssen sich unseren Gästen zuwenden, sie ansprechen und mit einbeziehen.“ Mitten in ihrer Rede unterbricht sich Frau Bursche. „Wissen Sie, woran man einen Sternekoch erkennt?“ Sie steht auf, tritt an einen Tisch, beugt sich ganz tief vornüber und tut so, als würde sie mit spizten Fingern ein Törtchen auftürmen. „Man nennt es auch den Sternebuckel!“, ergänzt sie lakonisch. Das sieht lustig aus.
„Kochen lernen ist vielleicht gar nicht so schwer“, erzählt Silvia Bursche. „Die Hohe Kunst besteht aber darin, dies alles für 70 Leute zu kalkulieren, vor- und zuzubereiten, und zwar so, das alles zur rechten Zeit fertig ist.“ Dafür hat eine moderne Küche eine Menge zu bieten: Unterschiedliche Back- und Garöfen, ein Gerät zum Telleraufwärmen, Induktionskoch- und Ceranfelder. Damit können nicht nur viele verschiedene Speisen für hungrige Mäuler zubereitet werden, sondern da kommen auch Technikfreaks auf ihre Kosten.

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