Der Künstler Volkmar Götze vom Kunstverein MAL-HEURE / Studio Otto Nagel e.V. | Foto: Giovanni Lo Curto

Malerei ist mein Leben und meine Welt

Bild einer nepalesischen Tänzerin von dem Künstler Volkmar Götze | Foto: Privat

Künstler Volkmar Götze beim Malen | Foto: Privat
Während der Weltfestspiele im August 1973 blieb neben dem Studio Otto Nagel ein Bus mit nepalesischen Tänzerinnen mit bunten Trachten in der Grünberger Straße liegen. Die Künstler baten sie in das Studio, versorgten sie mit Kaffee und und porträtierten sie dabei. Auf dem unteren Foto ist Volkmar. Dabei entstand das Bild oben, das die Porträtierte dann signierte. / Fotos: Privat

Kunst als Lebensaufgabe

Unter dem Arm trug Volkmar Götze ein Bild, das er im Stil von Lyonel Feininger gemalt hatte, mit kubistischen Brüchen. Alle standen schweigend um das Bild herum, bis der Leiter des Zirkels, Karl-Heinz Klingbeil kommentierte: „So fängt man nicht an, so hört man auf!“ und riet dem jungen Künstler, Naturstudien zu betreiben. Damit war der erste Schritt getan. Er schloss sich einem Grundlagenzirkel an, arbeitete fleißig, experimentierte, erwarb sich theoretische Kenntnisse. „Oft war ich auch für Kunst- und Kulturangelegenheiten der Post in Aktion. Zum Bespiel habe ich drei Entwürfe für eine Fassadengestaltung eingereicht, von der eine genommen wurde.“ Nach einer kurzen Pause fügt er schmunzelnd hinzu: „Andere Entwürfe gab es nicht.“ Auf der Abendschule legte er 1974 seinen Abschluss der 10. Klasse ab – im Alter von 30 Jahren. 1976 gab der Volkskünstler schließlich seinen Postberuf auf und wurde Leiter des Studios Otto Nagel. Das war keine einfache Aufgabe. Neben der Grundlagenkurse I und II galt es die „Gruppe Rot“ zu betreuen, eine Kindermalgruppe und eine Grafik-Gruppe für Hoch- und Tiefdruck. Die Druckpresse, die im DEFA-Film „Goya“ von 1971 zu sehen war, gehörte dem Otto-Nagel-Studio. „Die haben da noch was gemacht, damit sie älter aussieht“, erinnert sich Volkmar Götze. Außerdem gab es noch einen Textilzirkel für textiles Gestalten, einen Keramikzirkel und einen Malzirkel für Jugendliche. „Jeden zweiten Sonntag hatten wir zudem eine Konsultationsstelle für interessierte Bürger eingerichtet, die uns um ihren Rat baten.“ Kaum zu glauben, Kunst wurde gekauft für Betriebe, öffentliche Einrichtungen, Kindergärten oder Polikliniken. „Im Standesamt Friedrichshain hing ein Wandteppich von uns, der VEB Messelektronik bestellte einen geknüpften Kabelbaum bei uns. Da kamen die Arbeiter zu uns und diskutierten, wie das werden sollte.“ Goldene Zeiten für die Volkskunst. Die DDR subventionierte sie hoch. „Unsere Leute haben frei bekommen für Exkursionen in die CSSR, ins Braunkohlerevier oder an die Ostsee.“ Aber es gab eben auch Ärger, als Volkmar Götze für eine Ausstellung einen Künstler auswählte, der politisch als nicht opportun galt. „Ich habe nach Qualität ausgewählt und nach nichts anderem“, sagt der Zirkelleiter, der insgesamt über 150 Ausstellungen betreut hat.

Ein Gedanke zu „Malerei ist mein Leben und meine Welt“

  1. Dies ist ein äußerst interessanter Artikel über Malerei. Als die Maler letzte Woche bei mir waren musste ich einige Stücke Volkskunst von der Wand nehmen die sehr schön sind. Ich finde toll das Leute wie sie diese Kunst voran bringen. Maler für arbeiten sind wichtig und die für Kunst aber auch.

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